Formel 1: Verstappen lieferte in Lederhosen beim Red-Bull-Heimevent

Spielberg (APA) - Max Verstappen (18) hat beim Heimrennen von Red Bull Racing geliefert. Der Teenager wurde am Sonntag beim Großen Preis von...

Spielberg (APA) - Max Verstappen (18) hat beim Heimrennen von Red Bull Racing geliefert. Der Teenager wurde am Sonntag beim Großen Preis von Österreich Zweiter, musste sich in Spielberg vor Tausenden Fans aus seiner niederländischen Heimat nur Sieger Lewis Hamilton geschlagen geben. Es war der erste Heim-Podestplatz für das Formel-1-Team von Ring-Besitzer Dietrich Mateschitz.

„Echt ein gutes Gefühl“, sagte Verstappen anschließend. In einem speziell für das Rennen in der Steiermark angefertigten „Lederhosen-Anzug“ fuhr er das zweite Podium in seiner Karriere ein, nachdem er im Mai in Barcelona sensationell bei einem ersten Einsatz für Red Bull Racing gewonnen hatte. Schon damals hatte er von einer Kollision der beiden Mercedes profitiert, weil sich Hamilton und Nico Rosberg gleich nach dem Start gegenseitig aus dem Rennen genommen hatten.

„Das zweite Podium meiner Karriere ist großartig. Kimi (Räikkönen; Anm.) hat voll angegriffen und ich habe eigentlich mit Platz drei gerechnet. Als er im Rückspiegel aufgetaucht ist, hat mich das auch total an Barcelona erinnert. Ich habe versucht, keine Fehler zu machen“, erläuterte der Niederländer. „Ich hatte einen echt guten Start und habe gleich gefühlt, dass das Auto super ist.“

Vom achten Startplatz aus hatte sich Verstappen schnell nach vorgearbeitet - vor allem, da er mit seinen Supersoft-Reifen ökonomischer umging als die Konkurrenz. „Ich bin einen sehr langen Stint auf den weichen Reifen gefahren“, sagte er. „Das Safety Car hat uns aber auch sehr geholfen.“

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In der 56. Runde führte der Verstappen-Bolide zwischenzeitlich sogar das Feld an, nachdem beide Mercedes zum Reifenwechsel an die Box gekommen waren. Zwar musste er Rosberg und wenig später auch Hamilton wieder passieren lassen, „Iceman“ Räikkönen im Ferrari hielt er aber wie schon in Barcelona in Zaum und rettete 0,3 Sekunden Vorsprung auf den Finnen ins Ziel.

„Wir wussten, dass wir schneller sind, als unsere Qualifying-Platzierungen waren. Aber dass der Max wieder ein Rennen hinlegt, gleichzeitig sehr, sehr schnell und die Reifen schonend, so dass er nur mit einem Stopp durchkommt, das hat man nicht erwartet“, lobte Red-Bull-Berater Helmut Marko.

Auch Gerhard Berger schwärmte von dem Youngster: „Der Bursche ist nicht nur schnell, sondern ist überlegt, überholt gut und schont Reifen. Also da stimmt sehr vieles“, war der Grand-Prix-Fahrer in Ruhestand überzeugt. „Das ist eine Motorenstrecke, die Autos mit Mercedes-Power bevorzugt. Trotzdem war eigentlich das zweitschnellste Team Red Bull. Dazu ist gekommen, dass der Verstappen jetzt schon einige Male gezeigt hat, dass er mit den Reifen am besten umgeht von allen“, erklärte der Tiroler.

Durch den Rückfall von Rosberg auf Platz vier stand für Red Bull am Ende das mit Abstand beste Resultat seit der Rückkehr der Formel 1 nach Österreich vor zwei Jahren zu Buche. „Gott sei Dank sind wir jetzt endlich etwas erleichtert, weil bis dato war unsere beste Platzierung hier ein achter Platz (von Daniel Ricciardo 2014; Anm.)“, freute sich Marko über den gelungenen dritten Anlauf. „Dieser zweite Platz kam zwar unerwartet, ist aber trotzdem unglaublich.

Zeit zum Feiern blieb an der Stätte des Fast-Triumphs aber keine. „Gefeiert wird im Flugzeug, es geht zurück nach England, weil es ja gleich in Silverstone weitergeht“, hatte Verstappen schon den Großen Preis von England in einer Woche im Blick.

Für Marko hat Red Bull in der Steiermark jedenfalls eindrucksvoll bestätigt, dass man die Ferraris schlagen kann. „Mercedes ist ganz klar die erste Kraft, aber dahinter können wir schon sein, wenn wir alles richtig machen“, meinte der Ex-Rennfahrer - auch im Wissen, dass es für Ricciardo, der Fünfter wurde, neuerlich nicht optimal lief.

Das Rennen selbst habe Lust auf Mehr von der Art gemacht. „Es war richtig schwierig, da noch mitzukommen, wer gerade wo ist. Also ich habe selten so ein turbulentes Rennen unter doch normalen Rennbedingungen gesehen. Der angesagte Regen ist nicht ja angekommen“, sagte Marko.


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