Hoffnungen auf lockere Geldpolitik treiben Preise für Gold und Silber

Frankfurt/London (APA/dpa) - Hoffnungen auf baldige geldpolitische Lockerungen durch führende Notenbanken haben die Preise für Gold und Silb...

Frankfurt/London (APA/dpa) - Hoffnungen auf baldige geldpolitische Lockerungen durch führende Notenbanken haben die Preise für Gold und Silber nach oben getrieben. Am Montag war Silber so teuer wie zuletzt im August 2014. In der Früh kostete eine Feinunze (circa 31 Gramm) bis zu 21,58 US-Dollar (19,38 Euro). Vor einer Woche war der Preis noch unter 18 Dollar gelegen.

Experten führen die steigenden Edelmetallpreise auf Erwartungen geldpolitischer Lockerungen zurück. Der britische Notenbankchef Mark Carney hat in Reaktion auf das Brexit-Votum Lockerungen noch diesen Sommer in Aussicht gestellt. Medienberichten zufolge wird bei der Europäischen Zentralbank intern darüber nachgedacht, die Kriterien für das milliardenschwere Wertpapierkaufprogramm aufzuweichen.

Eine lockere Geldpolitik ist in der Regel mit sinkenden Zinsen verbunden und macht zinslose Wertanlagen wie Edelmetalle dadurch im Verhältnis attraktiver. Auch der Goldpreis legte in den vergangenen Tagen zu, wenn auch weniger stark als der Silberpreis. Am Montag war Gold mit 1.357,63 Dollar je Feinunze zwischenzeitlich wieder fast so teuer wie unmittelbar nach dem Brexit-Votum, als sich Anleger um Gold als sicheren Hafen rissen und der Preis bei 1.358,54 Dollar den höchsten Stand seit März 2014 erreicht hatte.

Dass sich Silber derzeit stärker entwickelt als Gold, begründen Experten mit der jüngsten Erholung an den Finanzmärkten nach dem Brexit-Schock. Im Gegensatz zu Gold, das fast ausschließlich als Edelmetall zur sicheren Wertanlage gilt, wird Silber in großem Umfang für die Industrieproduktion benötigt. Ein optimistischerer Blick auf die Weltwirtschaft kann daher dem Silberpreis Auftrieb geben.

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