Yokohama liegt im Sommer am Neusiedler See

Mit der Operette „Viktoria und ihr Husar“ wollen die Seefestspiele Mörbisch ab 7. Juli die Unterhaltungswogen hochgehen lassen.

© SEEFESTSPIELE MÖRBISCH/JERZY BI

Mörbisch –Eine Reise nach Mörbisch ist für einen Tiroler kein Katzensprung: Mehr als 500 Kilometer trennen die 2200-Seelen-Gemeinde an der ungarischen Grenze von der heimischen Bergwelt. Trotzdem zieht’s Sommer für Sommer knapp 4000 Tiroler ans Ufer des Neusiedler Sees, der traditionell zur Kulisse für die Seefestspiele Mörbisch wird. Zur Freude von Intendandin Dagmar Schellenberger, die seit 2012 als Intendantin die Geschicke leitet – und dereinst kein leichtes Erbe antrat. Schließlich war vor ihr mit Harald „Mr. Wunderbar“ Serafin ein Unikat am Ruder. „Anfänglich wurde ich da schon etwas komisch beäugt“, erinnert sich die gebürtige Berlinerin im TT-Gespräch. Doch die Skepsis hat sich längst gelegt: Schellenberger, die ihren Lebensmittelpunkt nach Mörbisch verlegt hat, hat sich in ihrer Wahlheimat bestens eingelebt – und hätte auch nichts dagegen, im Burgenland zu bleiben. Obwohl ihr Mörbisch-Vertrag 2017 endet, schmiedet sie schon Pläne bis 2020. Fehlt eigentlich nur noch die Vertragsverlängerung.

Doch vorerst hat die Gegenwart Vorrang: Von 7. Juli bis 20. August geht schließlich Paul Abrahams Operetten-Revue „Viktoria und ihr Husar“ über die Bühne – in der Titelrolle stimmt die Intendantin höchstselbst Gassenhauer wie „Meine Mama war aus Yokohama“ oder „Reich mir zum Abschied noch einmal die Hände“ an. „Die Besucher mögen es, wenn der Kopf des Unternehmens nicht hinter den Kulissen verschwindet“, ist sie überzeugt. Verschwunden sind indes die Mücken, die einst die Besucher piesackten. „Die hat mein Vorgänger mit in die Pension genommen“, lacht die Kammersängerin, die sich im Vorjahr über 127.000 Besucher freuen konnte. Aber auch all jenen, denen die Reise ins Burgenland zu weit ist, wird geholfen: Am 27. Juli überträgt ORF III die Seefestspiele im Hauptabendprogramm. Was passiert, wenn man sich Rosen in Tirol schenkt, wird dann 2017 geklärt, wenn Carl Zellers Operette „Der Vogelhändler“ in Mörbisch über die Bühne geht. (fach)

Infos: www.seefestspiele-moerbisch.at

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