Frankreichs Sozialisten sagen aus Sorge vor Gewalt Sommertreffen ab

Paris (APA/AFP) - Aus Sorge vor gewaltsamen Störaktionen haben Frankreichs regierende Sozialisten erstmals ihr traditionelles Sommertreffen ...

Paris (APA/AFP) - Aus Sorge vor gewaltsamen Störaktionen haben Frankreichs regierende Sozialisten erstmals ihr traditionelles Sommertreffen an der Atlantikküste abgesagt. Anstelle des ursprünglich für Ende August in Nantes geplanten Treffens solle es regionale Begegnungen in mehreren Städten geben, sagte Parteichef Jean-Christophe Cambadelis am Montag der Nachrichtenagentur AFP.

Unter anderem Gegner der umstrittenen Arbeitsmarktreform hatten zu Aktionen gegen das Sozialistentreffen aufgerufen. Der Streit um die geplante Lockerung des Arbeitsrechts hat in Frankreich ein gewalttätiges Protestklima geschaffen. „Büros der sozialistischen Partei wurden angegriffen, es wurde sogar mit Waffen auf sie geschossen“, sagte Cambadelis dem Sender LCI. „Das ist eine sehr ernste Situation.“ Er wolle nicht riskieren, dass Demonstranten Nantes „zerstören“ oder dass es Verletzte gebe.

Frankreichs Sozialisten von Staatschef Francois Hollande kommen seit 1993 jedes Jahr im Sommer zu einem großen Treffen in La Rochelle an der Atlantikküste zusammen. Dieses Jahr sollte die sogenannte Sommeruniversität erstmals in Nantes abgehalten werden.

In der Stadt kam es bei den Demonstrationen gegen die Arbeitsmarktreform allerdings immer wieder zu schweren Ausschreitungen. Besonders kritisch ist die Lage in Nantes auch wegen eines umstrittenen Flughafenprojekts für die Stadt, gegen das Umweltschützer und militante linke Aktivisten mobil machen. Flughafengegner riefen Mitte Juni dazu auf, die Sommeruniversität der Sozialisten zu verhindern.

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