Hypo-Prozess um Fairness-Opinion: Scheinverträge „ständige Begleiter“

Klagenfurt (APA) - Der Hypo-Prozess um das Honorar für eine Fairness-Opinion beim Verkauf der Hypo an die BayernLB ist am Dienstagvormittag ...

Klagenfurt (APA) - Der Hypo-Prozess um das Honorar für eine Fairness-Opinion beim Verkauf der Hypo an die BayernLB ist am Dienstagvormittag mit dem Plädoyer von Staatsanwalt Norbert Ladinig fortgesetzt worden. Sieben Angeklagte müssen sich für die Geschehnisse rund um die Fairness-Opinion sowie um die Causa „Monarola“ verantworten.

Auf der Anklagebank Platz nehmen mussten unter anderem die ehemaligen Hypo-Manager Wolfgang Kulterer, Josef Kircher und Tilo Berlin sowie VCP-Investmentbanker Heinrich Pecina.

Ladinig ging in seinem Plädoyer detailliert darauf ein, wie der Verkauf der Hypo an die BayernLB aus Sicht der Staatsanwaltschaft abgelaufen ist. „Scheinverträge und Scheinrechnungen sind in der vorliegenden Causa ständige Wegbegleiter“, sagte er. Die Hypo sei wegen ihrer Eigentümerstruktur nur in einem öffentlichen Bieterverfahren zu verkaufen gewesen. Das sei aber nicht anwendbar gewesen, weil die Bayern strikte Geheimhaltung verlangten. „Und dann ist man auf die zweite Möglichkeit, die Fairness-Opinion, gekommen“, so Ladinig.

Laienhaft gesagt sei eine solche Opinion laut Ladinig ein „Gutachten, das bestätigt, dass die Transaktion den Gepflogenheiten entspricht und dass der Kaufpreis angemessen ist“. Die Fairness-Opinion, die „eine Stange Geld gekostet hat“, habe man nun in Windeseile benötigt. Die Kärntner Landesholding (KLH), damals Eigentümerin der Hypo und somit Profiteurin des Papiers, habe aber nur Aufträge in Höhe von 60.000 Euro vergeben können. Also habe man Lösungen gesucht, wie das zu klären sei.

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Letztlich zahlte die Hypo selbst. Die Kosten von 3,8 Mio. Euro wurden schließlich auf drei Teilrechnungen aufgeteilt: Für das Projekt „Klammer“, das laut Ladinig frei erfundene Projekt „Adam“ und das Projekt „Floating“. Dabei sei die Hypo geschädigt worden: „Die Hypo hat kein Interesse an der Fairness-Opinion gehabt, die Kärntner Landesholding hat es als einzige gebraucht“, so Ladinig.

Der zweite Themenkomplex, der in dem Prozess verhandelt wird, betrifft die Causa „Monarola“. Dabei sei Kircher mit den zwei weiteren Angeklagten nach Liechtenstein gefahren, um dort Hypo-Geld in bar abzuheben. Das Geld habe man benötigt, um kroatische Lobbyisten „steuerneutral“ zu bezahlen. „Offenkundig hat man aber nicht nur 37.000 an die Kroaten ausbezahlt, sondern sich auch selbst bedient“, sagte Ladinig.

Für den Nachmittag waren die Erwiderungen der Verteidiger geplant.

~ WEB www.heta-asset-resolution.com ~ APA227 2016-07-05/12:39


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