Zürcher Börse schließt mit Kursverlusten

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag mit deutlichen Kursverlusten geschlossen. Die Unsicherheiten rund um den Br...

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag mit deutlichen Kursverlusten geschlossen. Die Unsicherheiten rund um den Brexit haben erneut die Stimmung belastet. Ein schwacher Ölpreis und eine Wall Street im Minus sorgten für Abgabedruck. Der Markt würde nach dem Brexit-Votum derzeit in einer Orientierungsphase stecken, sagte ein Händler. Das könne sich noch geraume Zeit hinziehen.

Dass der Markt erneut den Rückwärtsgang eingelegt hat, stelle keine Überraschung dar, hieß es am Markt weiter. Denn während die Teilnehmer im Aktienmarkt mögliche Folgen des EU-Austritts Großbritanniens als weniger gravierend eingestuft hätten, seien die Anleger im Bondmarkt diesbezüglich deutlich pessimistischer. Entsprechend finde nun ein Angleichungsprozess der Ansichten statt. Auch von Konjunkturseite kam am Dienstag am keine Unterstützung: Der Auftragseingang langlebiger Güter in den USA fiel schwächer aus als erwartet.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 1,43 Prozent tiefer auf 7.941,67 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die größten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gab um 1,81 Prozent auf 1.163,68 Zähler nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) verlor 1,50 Prozent auf 8.574,56 Punkte.

Die stärksten Einbußen verzeichneten Adecco (minus 4,0 Prozent). Der stark konjunkturabhängige Wert wird von Morgan Stanley neu zum Verkauf empfohlen. Die Analysten orten für die Aktien des Personaldienstleisters trotz des jüngsten Kursrutschs als Folge des starken Engagements des Unternehmens in Großbritannien weiteres Abwärtspotenzial. Weiter zählten Dufry (minus 3,4 Prozent) Lonza oder Swatch (je minus 3,0 Prozent) zu den größten Verlierern.

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Überdurchschnittlich hohe Kursverluste verzeichneten auch die Versicherungs- und Bankenwerte. Dabei verloren Swiss Life 3,2 Prozent, Zurich 2,7 Prozent und Swiss Re 2,4 Prozent.

Credit Suisse schlossen 2,5 Prozent tiefer, UBS und Julius Bär gaben um 3,9 Prozent beziehungsweise 3,3 Prozent nach. Während die UBS einem internationalen Amtshilfegesuch in Steuersachen in Frankreich nachkommen muss, hat Julius Bär den im Dezember 2015 angekündigten Kauf der Commerzbank International S.A. Luxembourg abgeschlossen. Nach Ansicht eines Händlers beschäftigt zudem der italienische Bankensektor die Marktteilnehmer. Es werde befürchtet, dass die Probleme der italienischen Banken das Potenzial für eine neue Bankenkrise haben.

Der Baustoffkonzern LafargeHolcim (minus 2,3 Prozent) hat für das zum Verkauf stehende Geschäft Lafarge India laut einer Zeitung fünf definitive Gebote erhalten. Die Offerten lägen dabei aber unter den ursprünglichen Preisvorstellungen.

Auch von den Schwergewichten Roche (minus 1,3 Prozent), Novartis (minus 1,2 Prozent) und Nestlé (minus 0,7 Prozent) kam keine Stütze.

Swisscom (minus 0,9 Prozent) lagen hingegen zeitweise sogar im Plus, nachdem die Swisscom-Tochter FASTWEB als Interessentin um Mobilfunkkapazitäten in Italien offenbar aus dem Rennen ist. Nachdem mit Auslandsinvestitionen von Staatsbetrieben bisher nur in Einzelfällen positive Erfahrungen gemacht werden konnten, würden die Swisscom-Titel nun als weniger riskant eingeschätzt, hieß es in Händlerkreisen. Das Research der Deutschen Bank rechnet aber mit einer Wahrscheinlichkeit von 55 Prozent, dass Swisscom die freiwerdenden Kapazitäten übernimmt, und die Aktie schloss am Ende klar im Minus, aber über dem Durchschnitt.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA501 2016-07-05/18:35


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