Kritik an „Lob für Diktatoren“: Trump preist Saddam Hussein

Donald Trump bezeichnete Saddam Hussein zwar als „wirklich böse“, lobte ihn jedoch im selben Atemzug dafür, dass er „Terroristen getötet“ habe. Scharfe Kritik kam anschließend einmal mehr aus dem eigenen Lager.

Donald Trump bleibt seiner Linie treu, mit markigen Sprüchen Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ob ihm das auch innerhalb der republikanischen Partei Kritik einbringt, ist dabei nebensächlich.
© REUTERS

Washington/Bagdad – Donald Trump hat den ehemaligen irakischen Diktator Saddam Hussein für effizientes Vorgehen gegen Terroristen gelobt. „Er war ein Bösewicht - wirklich böse. Aber wissen sie was? Was er gut machte? Er tötete Terroristen. Er machte das wirklich gut. Er hat ihnen keine Rechtsbehelfsbelehrung gegeben. ... Sie waren Terroristen. Ende“, sagte der Immobilienmogul.

Der Einmarsch amerikanischer Truppen 2003 habe das Land destabilisiert, sagte der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner bei einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat North Carolina weiter. Heute sei Irak ein „Harvard für Terrorismus“. „Wenn Sie ein Terrorist werden wollen, gehen Sie in den Irak“, meinte Trump.

Der Vorsitzende des Repräsentantenhauses und Republikaner Paul Ryan erklärte später in einem Interview mit dem Sender Fox News zu Saddam Hussein: „Er war einer der bösartigsten Menschen des 20. Jahrhunderts. ... Er beging einen Genozid an seinem eigenen Volk mit chemischen Waffen.“ Auch Jake Sullivan, ein Berater von Trumps demokratischer Präsidentschaftsrivalin Hillary Clinton, kritisierte das Lob für Hussein. „Trumps ungenierte Komplimente für brutale Diktatoren ... zeigen wieder einmal, wie gefährlich er als Oberbefehlshaber (des Militärs) wäre und wie unwürdig er des Amtes ist, das er bekleiden will.“ (APA/dpa)

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

Kommentieren


Schlagworte