Kilometergeld für Radler: Kärntner „Mobilitätsmasterplan“ präsentiert

Pörtschach (APA) - Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) und Landesrat Rolf Holub (Grüne) haben am Mittwoch in Pörtschach einen „Mobilitätsmast...

Pörtschach (APA) - Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) und Landesrat Rolf Holub (Grüne) haben am Mittwoch in Pörtschach einen „Mobilitätsmasterplan“ für Kärnten präsentiert. Das Ziel des Konzepts ist umwelt- und klimafreundlicher Personen- und Güterverkehr, der bis 2035 zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben werden soll. Vorrang haben Rad- und Fußverkehr, Öffis und E-Mobilität.

Der motorisierte Individualverkehr soll von 77 auf 40 Prozent fallen. Der „Masterplan“ zählt zahlreiche Maßnahmen auf. Von bedarfsorientierten Mikro-Öffi-Systemen im ländlichen Raum, über Mobilitätsknoten in den Gemeinden für Bus bzw. Bahn, aber auch zum Beispiel Carsharing ist dort zu lesen, von Kilometergeld für Radfahrer, höheren Parkgebühren und niedrigeren Tempolimits auf den Straßen. Auch der Güterverkehr ist nicht ausgenommen. Hier sind Verteiler- und Logistikzentren geplant, aber auch eine flächendeckende Lkw-Maut soll den Umstieg auf die Schiene befördern.

„Der ausgedünnte Linienverkehr ist gerade in ländlichen Regionen nicht die Lösung für eine optimale Versorgung mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Bündelung des Angebots an Mobilitätsknoten und eine dichte Vernetzung der Knoten untereinander ist der bessere Weg“, meinte Holub laut einer Aussendung des Landespressedienstes bei der Präsentation.

Zur Umsetzung der Maßnahmen ist es allerdings ein weiter Weg. Der „Masterplan“ soll am Dienstag in der Landesregierung besprochen und zur Kenntnis genommen werden. Zur Umsetzung benötigen die einzelnen Maßnahmen aber eigene Beschlüsse - sofern sie in Landeskompetenz liegen - außerdem muss dann auch noch die Finanzierung geklärt werden. Das Verkehrskonzept hatte im Vorfeld bereits für Uneinigkeit in der Koalition gesorgt. Die ÖVP mit Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung sieht die Vorschläge sehr kritisch, ebenso die Oppositionsparteien. Man befürchtet neue Belastungen.

„Die Politik und Mobilität sind ein dynamischer Prozess. Auch wenn der Plan aufgrund diverser demografischer Entwicklungen in den nächsten 20 Jahren noch öfter angepasst wird, ist die Priorisierung wichtig. Und dafür werden wir Gelder frei machen“, sagte Kaiser.


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