Klassik-Weltstar Elina Garanca: “Freue mich sehr auf Kitzbühel“

Die Wetterprognose verspricht für diesen Samstag einen herrlichen Sommerabend – und Klassik-Weltstar Elina Garanca für ihr Konzert Romantik und drei Weltpremieren.

Elina Garanca tänzelt in bester Laune im Dirndl durch die Kitzbüheler Innenstadt.
© Miriam Hotter

Von Alois Vahrner

Kitzbühel –Im Winter gehört Kitzbühel mit seiner weltberühmten Streif den Skihelden und Zehntausenden Fans, im Sommer wird heuer bereits zum vierten Mal ein absolutes Kontrastprogramm geboten. Im Mittelpunkt steht eine Künstlerin mit Weltruf: die lettische Mezzosopranistin Elina Garanca mit ihrem Open-Air-Konzert „Klassik in den Alpen“. Etwa 2700 Besucher werden im Kitzbüheler Pfarrau-Park erwartet (noch sind Restkarten erhältlich). Vor zwei Tagen gastierten „Elina Garanca und Friends“ bereits zum neunten Mal im niederösterreichischen Göttweig.

Zusammen mit ihrem Mann, dem Dirigenten Karel Mark Chichon, hat Garanca, wie sie gestern der TT erklärte, „einen Abend voll romantischer Musik“ von Komponisten wie Verdi, Puccini oder Donizetti zusammengestellt. Dabei sollen sich Soli, Duette, Trios, Arien und Medleys abwechseln. Begleitet wird Garanca, die laut der Kitzbüheler Tourismus-Obfrau Signe Reisch nicht nur ein „großer Gewinn für Kitzbühel, sondern auch ein absoluter Schönwetter-Garant ist“, von der libanesisch-kanadischen Sopranistin Joyce El-Khoury sowie vom italienischen Bariton Fabio Maria Capitanucci. Garanca wird zwei Arien und ein Duett singen, die sie zuvor noch nie intoniert hat.

Garanca zeigt sich von der Kulisse und dem Flair in Kitzbühel („ein wunderbarer Ort zum Erholen“) begeistert und freut sich sehr auf das Konzert in der Gamsstadt. Sesshaft werden dürfte sie in Kitz bei allem Reiz trotzdem eher nicht, „weil ich weder Ski fahre noch Golf spiele. Zum Reiten wäre es hier aber toll.“

Mit dabei sind auch die beiden kleinen Töchter. Die Familie, die sehr viel auf Reisen ist, hat ihren Lebensmittelpunkt in Südspanien („ich mag es sehr gerne warm“), wobei sie auch möglichst oft nach Riga reist. Mit ihrem Mann sei sie „ein bestens eingespieltes Team. Er weiß sogar am Vormittag schon, wie es mir am Nachmittag geht. Und ich weiß, wenn ich ihn besser am Bärtchen ziehen sollte.“

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Singen sei „eine Art Hochleistungssport“, daher brauche es auch eineinhalb bis drei Stunden tägliches Training, weiß die gut gelaunte Sängerin, der Starallüren fremd sind. Als Mutter brauche sie vielleicht fünf Stunden Schlaf, „als Sängerin brauche ich aber neun Stunden aufwärts“, lacht Garanca.

Der Schutz der Stimme hat Priorität. „Daher gibt es Tage wie heute, da gebe ich Interviews. Wenn ich abends singe, dann rede ich tagsüber ganz wenig.“ Kaltes vertrage sie wenig. „Ich trinke nie kaltes Wasser oder esse nie Eis, dafür habe ich immer irgendwelche Meerwasser-Öltropfen und Lutschtabletten bei mir.“ Gefährlich seien auch Klimaanlagen. Im Vorjahr sang Garanca entgegen dem Rat der Ärzte trotz starker Verkühlung in Kitz, heuer sei sie topfit.

Der Terminkalender Garancas ist heuer voll, 2017 wird sie unter anderem eine neue Solo-CD präsentieren und neun Konzerte in Deutschland und Österreich singen.

Ewig, stellt der Weltstar klar, werde sie nicht auf der Bühne stehen. „Die Karriere einer Sängerin ist zeitlich sicher limitiert. Mit 53, findet die 40-Jährige, wäre zum Beispiel ein guter Zeitpunkt zum Aufhören. „Da wäre ich dann 30 Jahre auf der Bühne gewesen.“ Um lachend hinzuzufügen: „Danach könnte ich bis 60 noch sieben Jahre lang Abschiedskonzerte geben.“


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