Sonne und Staus zum Schulschluss in Tirol

Mit dem Zeugnistag fällt der Startschuss für die Sommerferien. Und die gehen mit einer Blechlawine einher. Elternvertreter üben unterdessen Kritik an Einsparungen in den Schulen.

© Thomas Boehm / TT

Innsbruck –Das Aufstehen fällt leicht. Noch schnell die obligate Klarsichthülle eingepackt – und dann ab in die Schule. Zeugnis abholen. Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss. Und so starten für über 93.000 Tiroler Schüler heute die Ferien. Viele packen dabei heute nicht nur die Schulpatschen ein, sondern gleich den Koffer für den Sommerurlaub. Und das führt zum ersten ganz großen Stauwochenende auf den Tiroler Straßen. Zumindest stehen die Autos dabei im strahlenden Sonnenschein.

Das Wochenende bringt mit bis zu 30 Grad sommerliche Temperaturen und somit einen perfekten Ferienstart. Bis Montag ist es zumeist sonnig, erst am Nachmittag kann es dann zu Gewittern kommen. Ab Dienstag droht dann aber die nächste Kaltfront und neuerlich Wolken und Regen. Gemischte Aussichten also für die erste Ferienwoche, die viele aber wohl im Süden verbringen werden. Dementsprechend warnen die Autofahrerclubs vor Staus und langen Wartezeiten auf dem Weg nach Italien. In Tirol zählt der ÖAMTC die Brennerautobahn zwischen der Mautstelle Schönberg und dem Brennerpass und weiter auf Südtiroler Seite bis Sterzing-Brixen zu den neural­gischen Punkten. Nicht viel besser die Situation auf der Fernpass-Strecke zwischen Füssen und Nassereith. Und auch die Situation am Grenzübergang Kufstein könnte zu langen Wartezeiten führen.

Vor dem Urlaub heißt es aber für die Schüler heute noch einmal ab ins Klassenzimmer und das Zeugnis ausfassen. So wie beim Fototermin mit der TT in der Volksschule Imst Unterstadt fieberten die Kinder in ganz Tirol dem Zeugnistag entgegen. Neun Wochen Ferien ganz fest im Blick. Und während die Viertklässler danach einen Schulwechsel im Blick haben, sorgte die Bilanz des Landesschulrats zum abgelaufenen Schuljahr für einige Reaktionen. Peter Retter, Landeselternvertreter, teilt die positive Bilanz von Bildungslandesrätin Beate Palfrader nämlich nicht. „Der Schulalltag ist über alle Schulformen und Schulstufen hinweg mit finanziellen Einsparungen und Angebotskürzungen konfrontiert, Tendenz stark steigend.“ Auch das zarte Pflänzchen Schulpartnerschaft werde immer mehr ausgetrocknet statt gegossen. In der Praxis vor Ort gebe es ein paar Feigenblätter, wie die so genannte Objektivierungskommission zur Bestellung von Schulleitungen. „Praktisch können die Schüler, Eltern, aber auch die Lehrerschaft immer durch ‚Systemabgesandte‘ beinhart überstimmt werden“, erklärt Retter in einer Stellungnahme. Die FPÖ sieht hingegen im anhaltenden Trend zum Gymnasium, dass Eltern und Schüler ein „differenziertes Schulsystem“ wünschen. Die SPÖ blickt auf die Ferienzeit und sieht darin für Eltern, besonders aber für Alleinerzieher, „große Herausforderungen“ bei der Kinderbetreuung. „Kindgerechte, leistbare Sommerbetreuung auch für Volksschulkinder sowie kürzere Schließzeiten müssen weiter vorangetrieben werden“, forderten NR Gisela Wurm und SP-Frauenvorsitzende Selma Yildirim in einer Aussendung. (TT, mw)

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