Gesundheitswesen im Visier

Gesundheitsgespräche in Kufstein brachten viele Anregungen.

© Eberharter

Kufstein –Das Gesundheitswesen verschlingt viel Geld, deshalb macht es Sinn, wenn die Verantwortlichen sich von Zeit zu Zeit an einen Tisch setzen, um den Fahrplan auszuarbeiten. Bei den Kuf­steiner Gesundheitsgesprächen, zu denen die Tiroler Gebietskrankenkassen (TGK­K) eingeladen haben, ging es natürlich um den Ausbau des Bezirkskrankenhauses und um viele Fragen rund um Pflege und Versorgung.

181 Mio. Euro fließen seitens der TGKK zu den 238 Vertragspartnern im Bezirk Kufstein. „Wir sehen uns als Servicestelle und haben Gott sei Dank auch Lob gehört“, sagt Obmann Werner Salzburger beim abschließenden Pressegespräch. Wobei es noch Lösungen bedarf, sind die neuen Praxisformen der Ärzte im niedergelassenen Bereich, etwa bei Gemeinschaftspraxen. Auch der Bereitschaftsdienst soll neu überdacht werden. Seitens der TGKK ist noch mehr Information dahingehend nötig, dass die Patienten mit vielerlei Beschwerden besser zum Hausarzt als ins Krankenhaus gehen sollten. Das würde zur deutlichen Entlastung des BKH beitragen.

Im Bezirk Kufstein sind um 15 Prozent mehr Ärzte tätig, als dies im Tirolschnitt der Fall ist. „Kufstein trägt aber auch Verantwortung für andere Bezirke“, erklärte TGKK-Direktor Arno Melitopulos. So kommen sieben Prozent der Patienten im BKH Kufstein aus dem südbayerischen Raum, 15 Prozent aus dem Bezirk Kitzbühel und fünf Prozent aus Schwaz.

BM Martin Krumschnabel fordert klare Aussagen seitens der Politik, ob Betten aus- oder abgebaut werden sollten. Im Gespräch ist die Positionierung einer zweiten Landespflegeklinik in Kufstein, etwa für schwierige Fälle, wenn junge, pflegebedürftige Patienten nach Schlaganfall oder dergleichen erleiden und die eigentlich nicht in die Struktur eines Altenheimes passen. Auch ein zweites MRT-Gerät soll stationiert werden. „Das neue Gerät ist qualitativ hochwertiger“, beteuerte Melitopulos. Allerdings versicherten die Ärzte, dass in vielen Fällen eine Untersuchung mittels MRT nicht nötig sei und rein der Absicherung bezüglich möglicher Haftungsverpflichtungen diene. Maria Grander ist Obfrau des Tiroler Dachverbands für Selbsthilfeorganisationen. „Ein Gesundheitssystem kommt ohne Selbsthilfe nicht aus“, gibt sie klar zu verstehen. Dementsprechend gut ist die Zusammenarbeit mit der TGKK, die sich als Gesundheitskasse positionieren will. (be)


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