Fünf Polizisten bei Protesten in Dallas erschossen

Dallas (Texas) (APA/Reuters) - Mehrere Heckenschützen haben bei einem Protest gegen Polizeigewalt in der US-Metropole Dallas fünf Beamte ers...

Dallas (Texas) (APA/Reuters) - Mehrere Heckenschützen haben bei einem Protest gegen Polizeigewalt in der US-Metropole Dallas fünf Beamte erschossen. Sechs weitere seien verletzt worden, teilte die Polizei in der Stadt in der Nacht auf Freitag mit. Das Motiv war zunächst unklar. Einer der mutmaßlichen Täter verschanzte sich in einem Parkhaus in der Innenstadt und lieferte sich in der Nacht Schusswechsel mit der Polizei.

Nach einem Bericht des Senders CBS tötete er sich schließlich selbst. Drei weitere Personen wurden festgenommen. Sie zeigten sich bei den Ermittlungen nicht kooperativ, erklärte Bürgermeister Mike Rawlings im Sender CBS. Bei den Angriffen wurden nach seinen Angaben zwölf Beamte und zwei Zivilisten von Geschoßen getroffen.

Am Donnerstagabend hatten sich in mehreren US-Großstädten zahlreiche Demonstranten weitgehend friedlich versammelt, um gegen Polizeigewalt zu protestieren. Auslöser waren zwei Vorfälle in Minnesota und Louisiana, wo in dieser Woche zwei Afroamerikaner von Polizisten erschossen worden waren. Die Fälle sorgten landesweit für Empörung. Auch Präsident Barack Obama äußerte sich entsetzt. „Es handelt sich nicht um Einzelfälle“, sagte er in Warschau, wo er am NATO-Gipfel teilnimmt. Er verurteilte auch die Angriffe von Dallas als abscheulich. Der Besitz schlagkräftiger Waffen mache derartige Taten noch tödlicher.

Nach Angaben der Polizei in Dallas bereiteten die Täter ihren Angriff sorgfältig vor, versteckten sich auf Dächern und setzten Scharfschützengewehre ein. Der Verdächtige, der sich in einem Parkhaus verschanzte, drohte mit der Tötung weiterer Beamter und erklärte, in dem Gebäude und in der ganzen Innenstadt seien Sprengsätze deponiert. Sondereinheiten der Polizei entdeckten aber keinen Sprengstoff.

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Bürgermeister Rawlings forderte die Bewohner auf, sich am Freitagmorgen vom Tatort fernzuhalten. Weite Bereiche der Innenstadt, wo sich viele Firmensitze, Gerichtsgebäude und Restaurants befinden, waren abgesperrt. Die Luftfahrtbehörde FAA richtete eine Flugverbotszone ein. Polizeihubschrauber waren im Einsatz. Im Ballungsraum von Dallas und der Nachbarstadt Fort Worth leben mehr als sieben Millionen Menschen.

Wegen Polizeigewalt gegen Schwarze in Städten wie Ferguson, Baltimore oder New York kommt es in den USA seit zwei Jahren immer wieder zu Protesten. Besonders groß ist die Empörung, wenn beteiligte Beamte in Prozessen freigesprochen werden oder niemand angeklagt wird. „Wir leben in einer rassistischen Gesellschaft, in der die Menschenleben von Schwarzen keine Rolle spielen“, sagte der Demonstrant Thomas Michaels in der Stadt St. Paul in Minnesota.

Das Thema dürfte auch im Wahlkampf eine Rolle spielen. So erklärte die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton bereits am Mittwoch, Vorfälle wie in Louisiana beschädigten das Vertrauensverhältnis zwischen den Bürgern und der Polizei. Viele Amerikaner hätten den Eindruck, sie würden wegen ihrer Hautfarbe weniger wertgeschätzt als andere. Nach einer Zählung der „Washington Post“ sind in diesem Jahr mindestens 509 Menschen von der Polizei erschossen worden, unter ihnen 123 Schwarze und 238 Weiße.


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