Iran verärgert über Merkels Kritik an Raketenprogramm

Teheran/Berlin (APA/dpa) - Der Iran hat die Kritik der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel an seinem Raketenprogramm zurückgewiesen. Das...

Teheran/Berlin (APA/dpa) - Der Iran hat die Kritik der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel an seinem Raketenprogramm zurückgewiesen. Das Programm sei rein defensiv ausgerichtet und diene nur der inneren Sicherheit, erklärte Außenamtssprecher Bahram Ghassemi am Samstag. Die Raketen seien so konstruiert, dass sie keine atomaren Sprengköpfe tragen könnten.

Das Programm verstoße daher auch nicht gegen UN-Vorgaben oder das vor einem Jahr geschlossene Atomabkommen. „Die nicht gerade konstruktiven Behauptungen der Bundeskanzlerin werden daher hiermit zurückgewiesen“, sagte der Sprecher.

Merkel hatte am Donnerstag in ihrer Regierungserklärung im Bundestag gesagt, dass die Weiterentwicklung des iranischen Raketenprogramms „in eindeutigem Widerspruch zu den einschlägigen Bestimmungen des UNO-Sicherheitsrates“ stehe. „Es ist leider keineswegs so, dass dieses Raketenprogramm durch das historische Wiener Abkommen zur Kontrolle des iranischen Nuklearprogramms beendet worden wäre.“ Deswegen entwickle die NATO ihr Raketenabwehrsystem weiter.

Das Bündnis hatte am Samstag von den USA das Kommando über das System übernommen, das eine erste Einsatzbereitschaft erreicht hat. Zu dem Raketenschild zählen eine Abschussstation in Rumänien, vier in Südspanien stationierte Schiffe und eine Radaranlage in der Türkei. Die Kommandozentrale ist im rheinland-pfälzischen Ramstein.

In dem im Juli letzten Jahres abgesegneten und im Jänner umgesetzten Atomabkommen mit dem Westen hat der Iran sich auch verpflichtet, auf Raketentests mit atomaren Sprengköpfen zu verzichten. Das Land besteht aber weiterhin auf konventionelle Raketentests. Der Iran verfügt besonders über Mittelstreckenraketen, die nach eigenen Angaben eine Reichweite von über 2000 Kilometern haben. Damit könnte jeder Ort in Israel getroffen werden.


Kommentieren