Blutige Proteste in Kaschmir nach Tötung eines Rebellenführers

Srinagar (APA/dpa) - Der Tod eines muslimischen Rebellenführers hat im indischen Teil Kaschmirs blutige Proteste ausgelöst. Drei junge Demon...

Srinagar (APA/dpa) - Der Tod eines muslimischen Rebellenführers hat im indischen Teil Kaschmirs blutige Proteste ausgelöst. Drei junge Demonstranten wurden am Samstag bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften in der Himalaja-Region getötet. Weitere 55 Menschen wurden verletzt, wie die Polizei in Srinagar mitteilte.

Die Behörden verhängten an verschiedenen Orten Ausgangssperren und blockierten mobile Internetdienste. Eine Hindu-Pilgerfahrt wurde abgesagt.

Am Freitag hatten indische Soldaten in Kaschmir den Rebellenführer Burhan Muzaffar Wani getötet. Er war einer der Anführer der islamistischen Hizbul Mujahideen (Partei der Heiligen Krieger), die unter anderem von der EU als Terrororganisation eingestuft wird. Wani sei zusammen mit zwei anderen Kämpfern am Freitag zu Tode gekommen, teilte die Polizei mit.

Der erst 22 Jahre alte Wani hatte sich den Rebellen Berichten zufolge bereits mit 15 angeschlossen und war in ihren Reihen schnell aufgestiegen. In einem Video hatte er laut einem Bericht von „India Today“ seine Anhänger dazu aufgerufen, Polizisten anzugreifen.

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Nach seinem Tod kam es zu Protesten an verschiedenen Orten im indischen Kaschmir. Demonstranten riefen propakistanische Parolen, verbrannten Reifen und attackierten Polizeiposten mit Steinen. An der Beerdigung Wanis in Tral rund 40 Kilometer südöstlich von Srinagar nahmen rund 20.000 Menschen teil, wie die indische Nachrichtenagentur IANS meldete.

Die seit Jahrzehnten brodelnde Gewalt in Kaschmir hat in jüngster Zeit wieder zugenommen. Im Juni wurden mindestens zehn Rebellen bei Feuergefechten getötet. Die Aufständischen kämpfen für die Abspaltung Kaschmirs von Indien. Indien wirft dem Nachbarn Pakistan vor, sie zu unterstützen, was Pakistan zurückweist. Kaschmir ist zwischen den Atommächten Pakistan, Indien und China aufgeteilt. Indien und Pakistan haben bereits zwei Kriege um die Region geführt.


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