Landeck: Mit dem TT-Café entspannt in die Sommerferien

Landeck war die dritte Station des TT-Café im heurigen Sommer. Die Besucher der Frühstückstour erwartete ein bunter Mix aus viel Musik, Sport, Politik und Genuss.

Eine genussvolle Runde: TT-Chefredakteur Luis Vahrner (m.) mit Stefan Nothdurfter (Genussregion Stanzer Zwetschke, li.) und Winzer Claus Aniballi.
© Zangerl

Von Matthias Reichle

Landeck – Als wetterfest erwiesen sich gestern die Besucher des TT-Cafés in Landeck – am Vormittag begann es immer wieder kurz zu nieseln. Das konnte die TT-Leser nicht bremsen. 1750 Tassen Kaffee von Wedl

Testa Rossa und 1500 Stück Gebäck von der Hofer Backbox gingen beim Stopp der Frühstückstour über den Tresen. Zum Gratis-Frühstück gab es außerdem Montes-Mineralwasser sowie Live-Musik von der Band Prime Time.

Charmant führte Moderatorin Margit Bacher durch den Vormittag. Chefredakteur Alois Vahrner lud Persönlichkeiten aus dem Bezirk auf die TT-Bühne.

Musiktalent Ivana Vlahušic begeisterte das Publikum

Bezirkshauptmann Markus Maaß war der Erste. Er sprach sich gegen eine Zusammenlegung von Bezirkshauptmannschaften aus. E-Gouvernance werde nicht angenommen, betont er. Die Leute wollen persönlich kommen. Man müsse eigentlich die Bezirke stärken und Personal aus der Zentrale in die Regionen verlagern. Maaß nahm auch zur Wiederholung der Bundespräsidentenwahl Stellung. Im Bezirk Landeck ist alles sauber abgelaufen – was auch der Verfassungsgerichtshof bestätigte – trotzdem kritisierte er, dass die Wahlgesetze fast nicht vollziehbar seien.

Mit Ivana Vlahušic nahm ein echtes Multitalent neben Alois Vahrner Platz. Als die heute 16-Jährige im Juni 2013 nach Österreich kam, sprach sie drei Worte Deutsch. Inzwischen hat sie mehrere große Redewettbewerbe gewonnen und begeistert als Sängerin und Songwriterin. Ihre Kompositionen werden im Internet von Tausenden Menschen angehört. Alles, was sie sei und könne, verdanke sie ihren Eltern. „Dort, wo sie gesehen haben, dass ich gut bin, haben sie mich gefördert“, betonte sie. Der Berufswunsch der Schülerin, die neben Ungarisch, Serbisch und Deutsch auch Englisch und Französisch lernt, ist Diplomatin. „Als erwachsene Frau möchte ich ein Mensch sein, der die Welt ein bisschen besser macht.“ Auf der Bühne verzauberte sie das Publikum mit den Stücken „Die zu kleine Welt“ und Running still“.

Sportlich wurde es mit den Geschwistern und Kletterassen Magdalena und Bernhard Röck. Die beiden waren am Sprung zum Auftakt des Kletter-Weltcup in Chamonix. Dass Klettern harte Arbeit ist, berichtete Magdalena Röck. Sie trainiert fünfmal die Woche drei bis vier Stunden in der Wand. Auf die Frage, ob er Vorbilder in der Kletterszene habe, antwortete ihr Bruder Bernhard, er suche lieber seinen eigenen Weg.

Hochprozentige Interviewrunde

Die Naudererin Lisa Magdalena Agerer hat heuer einen Fixplatz im Superski-Weltcup – die Sportlerin startet für Italien. Diese Entscheidung fiel bereits, als es darum ging, ob sie in Stams oder Mals die Schulbank drücken solle. Aufgrund der Nähe habe man sich für Südtirol entschieden, betonte sie. Ziel sei, ihre Position im Team zu festigen. Sie möchte aber auch die WM in St. Moritz anpeilen.

Eine hochprozentige Interviewrunde versprachen der Obmann der Genussregion Stanzer Zwetschke, der Edelbrenner Stefan Nothdurfter und der Prutzer Winzer Claus Aniballi. Augenzwinkernd pries Nothdurfter die Wunderwirkung von Stanzer Zwetschkenschnaps an, der nicht nur klüger, sondern auch schöner machen soll. Heuer verzeichnet man einen großen Ernteausfall durch den Frost – „eine zache Partie“. Das große Fest „Stanz brennt“ wird darunter nicht leiden. Es findet statt.

Der Winzer Claus Aniballi hat sich getraut, in Prutz 1000 Weinstöcke zu pflanzen. Im Obergricht sei man wetterbegünstigt, aber auch der Klimawandel spiele eine Rolle, betonte er. Aniballis Weine sorgen für Furore, zuletzt wurde er bei der Wein-Messe Vievinum auf den zweiten Platz gewählt und ab November wird er als erster Tiroler im Gault Millau vertreten sein. Seine Weine tragen klingende Namen wie „Tiroler Walzer“.

Landeshauptmann Platter sieht zu EU keine Alternative

Ein kleiner Höhepunkt des TT-Cafés war dann der Besuch von Landeshauptmann Günther Platter, dessen Teilnahme bereits Tradition ist. Die schwarz-grüne Koalition sei „ein Experiment“ gewesen, weil es sich um ganz unterschiedliche Parteien handle. Im Gegensatz zur Bundesregierung gelinge es trotzdem, dass nicht gestritten wird, erklärte er.

Die EU habe beim Schutz der Außengrenzen versagt, sagte Platter zum Thema Flüchtlinge. „Ich habe mich massiv eingesetzt, dass Italien den Flüchtlingsstrom stoppt.“ Gelingt das nicht, werde es Grenzkontrollen am Brenner geben. Es sei zwar notwendig, Kriegsflüchtlinge zu unterstützen, Österreich schaffe das jedoch nicht allein.

Zur EU sah Platter aber keine Alternative. Es sei ein wichtiges Friedensprojekt. Sie gehöre angesichts des Brexit jedoch reformiert.

Die Bundesregierung forderte er auf, „intern hart zu ringen“, jedoch „gemeinsam nach außen aufzutreten“. Den Bundespräsidentenwahlkampf bezeichnete er als „Kasperltheater“ und dem Amt unwürdig.

Spannendes Gewinnspiel

Spannend wurde es zum Schluss beim Gewinnspiel. Die Landeckerin Gertraud Zangerl durfte sich über eine Testa-Rossa-Kapselmaschine freuen. Mit einem Gutschein für das Gesundheitsresort „Das Sieben“ in Bad Häring für zwei Nächte inklusive Halbpension ging Cäcilia Glaser aus Prutz heim.

Während sich die Erwachsenen das Frühstück schmecken ließen, gab es ein eigenes Kinderprogramm.

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Eine genussvolle Runde: TT-Chefredakteur Luis Vahrner (m.) mit Stefan Nothdurfter (Genussregion Stanzer Zwetschke, li.) und Winzer Claus Aniballi.

© Zangerl

Obwohl es immer wieder zu nieseln begann, kamen zahlreiche treue TT-Leser in die Landecker Malserstraße.

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