Ägyptens Außenminister fordert Nahost-Friedensgespräche

Jerusalem (APA/dpa) - Israel und sein Nachbarland Ägypten rücken politisch immer näher zusammen: Erstmals seit fast einem Jahrzehnt besuchte...

Jerusalem (APA/dpa) - Israel und sein Nachbarland Ägypten rücken politisch immer näher zusammen: Erstmals seit fast einem Jahrzehnt besuchte ein ägyptischer Außenminister am Sonntag wieder den jüdischen Staat. Sameh Shukri forderte in Jerusalem die Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen in Nahost.

„Israel und die Palästinenser leiden seit Jahrzehnten unter ihrem Konflikt“, sagte er bei einem Treffen mit Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu. „Die Vision einer Zwei-Staaten-Lösung ist nicht unrealistisch“, betonte Shukri. Am Dienstag befasst sich der UN-Sicherheitsrat mit dem Nahost-Konflikt.

Nach dem Gaza-Krieg 2012 war das Verhältnis zwischen Israel und Ägypten abgekühlt, zuletzt kamen sich beide Seiten jedoch deutlich näher. Shukri wollte mit Netanyahu über Wege zu neuen Friedensgesprächen mit den Palästinensern sprechen. Vor knapp zwei Wochen hatte er auch die Palästinenserführung in Ramallah besucht.

Der Status quo könne nicht weitergehen, betonte der Ägypter. „Das Leid der Palästinenser wird immer schlimmer.“ Ein Frieden zwischen Israel und den Palästinensern könnte dagegen eine Beruhigung der gesamten Region bewirken, erklärte Schukri.

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Israel lehnt eine französische Friedensinitiative ab, die neuen Gesprächen einen internationalen Rahmen geben will. „Ich rufe die Palästinenser dazu auf, dem Beispiel von Ägypten und Jordanien zu folgen und direkte Friedensgespräche mit Israel aufzunehmen“, sagte Netanyahu. Die Palästinenser haben den Pariser Plan begrüßt, direkte Verhandlungen mit Israel halten sie hingegen für aussichtslos. Die letzten Friedensverhandlungen zwischen beiden Seiten unter US-Vermittlung waren vor mehr als zwei Jahren gescheitert.

Zuletzt hatte 2007 ein ägyptischer Außenminister Israel besucht. Ägypten vereinbarte 1979 als erstes arabisches Land einen Friedensvertrag mit Israel, seitdem herrschte ein „kalter Frieden“ zwischen den Nachbarländern.

Aus Protest gegen die israelische Militäroffensive im Gazastreifen 2012 zog der islamistische ägyptische Präsident Mohammed Mursi den Botschafter seines Landes aus Israel ab. Ein Jahr nach Mursis Sturz 2013 wurde Armeechef Abdel Fattah al-Sisi ägyptisches Staatsoberhaupt, unter seiner Führung verbesserten sich die Beziehungen. Zu Jahresbeginn entsandte Ägypten wieder einen Botschafter nach Israel.


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