Standort Tirol

Westendorf zahlt weniger als erhofft

© Angerer Harald

Die Bergbahn Westendorf erweitert derzeit den Speichersee und die Beschneiung. Der Gemeinderat konnte sich „nur“ zu 400.000 Euro durchringen, diese wollte mehr Anteile. Auch der TVB zahlt weniger ein.

Von Harald Angerer

Westendorf –Die vergangenen schneearmen Winter zeigten es gnadenlos auf – die Beschneiung der Skigebiete wird immer wichtiger. Auch wenn es der Bergbahn Westendorf im vergangenen Winter gut gelang, die Pisten zumindest zum Teil zu beschneien, war eines völlig klar: Es muss nachgebessert werden.

Schon seit Längerem gibt es Pläne, die Beschneiungsanlage zu erweitern und einen weiteren Speicherteich zu bauen. Doch die Standortfrage gestaltete sich schwierig und auch ein gemeinsamer Bade- und Speicherteich mit der Gemeinde kam nicht zustande. Deshalb hat sich die Bergbahn Westendorf entschieden, den bestehenden Beschneiungsteich deutlich zu vergrößern. Derzeit fasst der Kreuzjöchlsee 64.000 m3, er wird auf 190.000 m3 vergrößert.

Die geplanten Kosten für das Projekt liegen bei 11,5 Millionen Euro und die Bauarbeiten dazu laufen bereits. Bei der Finanzierung hofft die Bergbahn aber noch auf die kräftige Unterstützung von TVB und Gemeinde. Der Tourismusverband hat bereits im November 2015 die Erhöhung der Nächtigungsabgabe von 1,5 Euro auf 2 Euro für die Betriebe in Wes­tendorf beschlossen. 160.000 Euro Mehreinnahmen soll die Erhöhung bringen, 100.000 davon fließen die nächsten zehn Jahre in Richtung Bergbahn. So zumindest der Stand im November 2015, doch nun schaut die Sache etwas anders aus. Aus der einen Million Euro für die Seilbahn wurden 500.000 Euro und auch von der Gemeinde kommt weniger als erhofft.

Die Bergbahn hatte um 800.000 Euro angefragt, in der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden aber lediglich 400.000 Euro gewährt. Denn die Gemeinde und das Seilbahnunternehmen sind sich nicht ganz einig. Zum einen geht es darum, wie das Geld eingesetzt werden soll, und zum anderen will die Gemeinde für das Geld mehr Anteile an dem Unternehmen. Derzeit hält die Gemeinde 24 Prozent, dieser Anteil hätte mit den 800.000 Euro ausgebaut werden sollen. „Wenn, dann wollen wir für das Geld Anteile, wir zahlen sicher nicht einfach so Geld in das Unternehmen“, ärgert sich GR Johann Steixner.

„Das Problem ist aber der Zeitdruck. Es galt jetzt zu entscheiden, ob sich die Gemeinde beteiligt oder nicht, und um die Anteile zu öffnen, bräuchte es eine Bergbahn-Vollversammlung“, berichtet Peter Pirchl, der für die Gemeinde auch im Bergbahnvorstand sitzt. Zudem wäre auch dann nicht gesichert, dass die anderen Teilhaber der Vorgangsweise zustimmen würden.

Eine weitere Forderung der Gemeinde ist es, dass die Beschneiung bis ins Tal ausgebaut wird, auch ein Trainingshang für den Skiclub solle garantiert sein. Doch von der Bergbahn gehe man zu wenig auf die Vorstellungen der Gemeinde ein. „Irgendwie ist das sonderlich, dass der, der das Geld kriegt, die Regeln macht“, kritisiert GR Josef Lenk.

Die Beschneiung bis unter die Mittelstation sei aber auch mit einem Zuschuss von lediglich 400.000 Euro möglich, betont Vizebürgermeister Pirchl, und auch Bürgermeisterin Annemarie Plieseis kann mit 400.000 Euro gut leben. „Wir setzen damit ein Zeichen, dass uns der Tourismus wichtig ist“, sagt Plieseis und so wurden die 400.000 Euro vom Gemeinderat einstimmig beschlossen.

Auch von Seiten des TVB wird die Halbierung des Betrages bestätigt. Statt einer Million gibt es 500.000 Euro, „aber auch diese sind an klare Bedingungen geknüpft“, sagt TVB-Ortsobmann Jakob Lenk. Das sind die verstärkte Beschneiung unterhalb der Mittelstation und der Übungswiese und ein Rückbringer ins Dorf, damit die Skigäste auf einer Anfahrt in den Ort zurückkommen können. Der Betrag soll über die nächsten fünf Jahre an die Seilbahn gezahlt werden. Was mit dem Überhang passiert, das dürften etwa 50.000 Euro jährlich sein, wird in einer Klausur des Orts-TVB im September besprochen.

Von Seiten der Bergbahn gibt man sich gelassen. „Es ist grundsätzlich sehr positi­v, dass sich die Gemeinde und der TVB beteiligen. Die fehlende Summe müssen wir nun einfach selber finanzieren“, sagt Bergbahn-Westendorf-GF Hansjörg Kogler.