Kroatische Nationalkonservative haben neuen Parteichef

Zagreb (APA) - Zwei Monate vor den Neuwahlen in Kroatien haben die regierenden Nationalkonservativen (HDZ) einen neuen Parteichef bekommen. ...

Zagreb (APA) - Zwei Monate vor den Neuwahlen in Kroatien haben die regierenden Nationalkonservativen (HDZ) einen neuen Parteichef bekommen. Der 46-jährige EU-Abgeordnete Andrej Plenkovic wurde in der Nacht auf Montag erwartungsgemäß zum neuen Parteivorsitzenden gewählt, berichteten kroatische Medien.

Der gemäßigte Politiker hat sich als einziger Kandidat um die Nachfolge des zurückgetretenen HDZ-Chefs Tomislav Karamarko beworben. Der neue HDZ-Chef kündigt unter seiner Führung ein neues Kapitel für die größte kroatische Partei an.

Plenkovic ist der Meinung, dass Kroatien einen strategischen Umschwung braucht. Er fordert, dass seine HDZ zum Garant für politische Stabilität und Rechtssicherheit im Land werden muss. Es müssten die Bedingungen für mehr Wirtschaftswachstum und eine solidarische Gesellschaft geschaffen werden. Gemeinsame Ziele müssen Vorrang vor politischen und ideologischen Unterschieden haben, betonte er nach der Wahl am Sonntag.

Bei einer Direktwahl bekam Plenkovic rund 97.800 Stimmen der HDZ-Mitglieder, die Wahlbeteiligung lag bei knapp 47 Prozent. Insgesamt 208.000 Parteimitglieder waren zur Wahl des neuen Parteivorstands berechtigt.

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Der 46-jähriger Politiker ist der bisher jüngste HDZ-Chef, Mitglied der Partei ist er seit 2011. Plenkovic hat eine mehr als 20-jährige Karriere als Diplomat hinter sich und ist in der kroatischen Innenpolitik bisher relativ unbekannt. Seit 2013 sitzt er für die Nationalkonservativen im Europaparlament.

Trotz schlechter Umfragewerte glaubt Plenkovic an einen Erfolg bei den vorgezogenen Parlamentswahlen am 11. September. Die HDZ wird für die politische Krise im Land verantwortlich gemacht, nachdem sie mit einem Misstrauensvotum gegen den parteilosen Premier Tihomir Oreskovic die eigene Regierung stürzte. Sie genießt eine noch geringere Zustimmung als 2011, als sie wegen Korruptionsaffären in der Opposition landete. Die bisher oppositionellen Sozialdemokraten liegen bisher deutlich vor der HDZ.


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