Schule will mit Doku zur Biennale

Vor dem drohenden Aus für die Sonderschule Lienz bannt Filmemacher Alexander Papsch das Leben und Lernen der „besonderen“ Kinder auf Film. Direktor Andreas Weiskopf hat mit „Inklusion“ große Pläne.

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Von Catharina Oblasser

Lienz –Nicht mehr allzu lang wird es die Sonderschule Lienz geben, befürchtet Direktor Andreas Weiskopf. Denn schon vor sechs Jahren hat Österreich jene UNO-Konvention unterzeichnet, die eine Abschaffung von eigenen Sonderschulen vorsieht. Kinder mit und ohne Behinderung sollen demnach gemeinsam unterrichtet werden.

Bevor es jedoch so weit ist, verewigt Filmemacher Ale­xander Papsch das Leben der Sonderschul-Kinder auf Film. Die Dokumentation wird den Titel „Inklusion“ tragen und begleitet die Kinder und Jugendlichen durch ihren Alltag. Auch die Eltern kommen zu Wort. Vier Familien stehen exemplarisch für viele.

„Wir wollen zeigen, wie es den Kindern in unserer Schule geht und wie sie lernen“, meint Weiskopf. „Es ist wichtig, nicht nur positiv über die Schule zu reden, sondern das auch zu zeigen. Ein Bild sagt bekanntlich mehr als 1000 Worte.“ Außerdem soll „Inklusion“ verdeutlichen, wie sehr das gesamte Leben einer Familie verändert wird, wenn es ein Kind mit besonderen Bedürfnissen gibt. Laut Weiskopf würden sich alle Eltern wünschen, dass die Sonderschule Lienz erhalten bleibt. Denn für Weiskopf ist diese Schulform keine Konkurrenz zur Inklusion in Regelschulen, sondern eine sinnvolle Ergänzung.

Mit dem Film will Weiskopf ein möglichst großes Publikum erreichen, weit über Osttirol hinaus. Schließlich sei das Thema „Inklusion“ nicht auf den Bezirk begrenzt. „Ich wünsche mir, dass der Film bei einer Biennale gezeigt wird. Und am schönsten wäre es, einen Filmpreis zu gewinnen.“

Alexander Papsch setzt auf Geduld. „Erst einmal muss der Film fertig werden. Mit zwei Dritteln sind wir schon durch.“ Voraussichtlich Anfang 2017 soll es so weit sein. Die Kinodokumentation wird 75 bis 90 Minuten lang und umfasst auch eine Stellungnahme von Sozialminister Alois Stöger. Ein Beitrag von Bundeskanzler Christian Kern wurde angefragt. Die Kosten von 30.000 Euro werden von einem Sponsor getragen. Viele Helfer hätten umsonst mitgearbeitet, sonst wäre der Film viel teurer gekommen.

Ein echter Bergdoktor im Film

Alexander Papsch, der den Film „Inklusion" über die Sonderschule Lienz dreht, war auch Kameramann bei einer einfühlsamen Dokumentation, die teils in Zwickenberg gedreht wurde. „Bei Tag und bei Nacht" begleitete den Landarzt Martin Guttner, „Bauerndoktor" von Oberdrauburg, ein Jahr lang bei seiner Arbeit. Buch und Regie stammen von Hans Andreas Guttner. Zu den Protagonisten zählen auch etliche Osttiroler. Der Film startet am 10. Oktober in den Kinos, davor soll es eine Spezialvorführung im Lienzer CineX geben.


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