Wiener Schanigärten 2 - Empfindliche Erhöhung der Tarife

Wien (APA) - Überarbeitet hat die Stadt Wien auch die generellen Tarife für die Schanigärten. Diese wurden wesentlich erhöht. In Zone eins, ...

Wien (APA) - Überarbeitet hat die Stadt Wien auch die generellen Tarife für die Schanigärten. Diese wurden wesentlich erhöht. In Zone eins, dabei handelt es sich zum hochfrequentierte Areale und touristische Hotspots wie die Kärntner Straße oder die Mariahilfer Straße, sind künftig 20 Euro pro Quadratmeter und Monat zu zahlen. Bisher waren es in den Top-Lagen 7,50 Euro.

In Zone zwei, in diese fallen ausgewählte Geschäftsstraßen oder auch der Ring, sind zehn Euro festgelegt, im restlichen Stadtgebiet zwei Euro. Bisher waren außerhalb der Premium-Örtlichkeiten Tarife zwischen einem und fünf Euro üblich. Argumentiert werden die Steigerungen im Büro der zuständigen Stadträtin Renate Brauner (SPÖ) damit, dass es sich beim öffentlichen Raum um „kostbares Gut“ handle.

Auch wer ein strombetriebenes Heizgerät, also ein sogenanntes Heizschwammerl, in Betrieb nimmt, muss künftig dafür zahlen. Veranschlagt sind 57 Euro pro Gerät und Jahr - analog zur Abgabe für Kühlgeräte und Entlüfter. Dem von manchen geforderte Verbot für die Wärmequelle sei man nicht nachgekommen, da schon jetzt viele Gastronomen solche Geräte verwenden, argumentierte eine Sprecherin der Stadträtin gegenüber der APA: „Aus Sicht der Wirtschaftsstadträtin soll es einen Investitionsschutz und einen Bestandsschutz für die Wirte geben, die da schon Investitionen getätigt haben.“ Weiterhin verboten bleiben hingegen gasbetriebene Wärmequellen.

Weiters wird nun auch gesetzlich geregelt, dass das Magistrat die Möglichkeit hat, per Verordnung Gestaltungskonzepte im öffentlichen Raum - konkret an „besonders neuralgischen mit hohem Nutzungsdruck versehenen Punkten“ - zu erstellen. „Wo solche Gestaltungskonzepte vorgenommen werden, wird gemeinsam mit den Bezirken festgelegt“, stellte die Sprecherin der Stadträtin klar. Mitspracherecht haben neben dem Bezirksvorsteher des betroffenen Bezirks auch die Wirtschaftskammer, die Arbeiterkammer oder die Landwirtschaftskammer.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

Bei dem nun in den Gesetzestext gegossenen Vorschlag zur Schanigärten-Regelung handle es sich um einen „sehr tragfähigen und breiten Kompromiss“, wurde weiters betont. Die Änderungen seien nach Gesprächen mit den diversen Interessensgruppierungen eingearbeitet worden. Der Entwurf liegt ab morgen, Mittwoch, bis 8. August auf - er ist online auf http://www.wien.gv.at/recht einsehbar bzw. wird auch im Amtsblatt veröffentlicht. Im Rahmen der Frist können nun Stellungnahmen bei der MA 6 (Rechnungs- und Abgabenwesen) abgeben werden.

Plan ist, die neue Schanigärten-Regelung am 30. September im Landtag zu beschließen. Da es sich um eine abgabenrechtliche Regelung handelt, muss sie auch noch den Ministerrat passieren. In Kraft treten soll die „Kleine Winteröffnung“ schließlich mit Dezember. So könnten - abhängig von der Verfahrensdauer - bereits im kommenden Jänner oder Februar die ersten Wiener Gastronomen ihre Gäste im Freien bewirten, stellte die Stadt in Aussicht.


Kommentieren