IWF: Politik muss mit Reformen für mehr Wachstum sorgen

Washington/London (APA/Reuters) - Die Politik darf sich laut Internationalem Währungsfonds (IWF) nach dem Brexit-Votum nicht einfach mit ein...

Washington/London (APA/Reuters) - Die Politik darf sich laut Internationalem Währungsfonds (IWF) nach dem Brexit-Votum nicht einfach mit einem schwächeren Wirtschaftswachstum abfinden. „Die politisch Verantwortlichen sollen die aktuellen niedrigen Wachstumsraten nicht als ‚neue Normalität‘ hinnehmen, die durch Faktoren bestimmt ist, auf die sie keinen Einfluss haben“, sagte IWF-Chefökonom Maury Obstfeld am Dienstag in Washington.

Andernfalls drohten Folgen, die weitreichender seien als nur die Gefahr eines Absturzes in eine Dauerstagnation. Vielmehr drohe in einem solchen Umfeld auch eine Zunahme der sozialen Spannungen in vielen Ländern.

Mit Blick auf das Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer Ende der Woche im chinesischen Chengdu forderte Obstfeld, die Instrumente der Struktur-, Geld- und Fiskalpolitik zu nutzen, um zu einem dauerhafteren und stabileren Wachstum zu kommen. Die Geldpolitik habe in jüngster Zeit einen zu großen Teil der Last tragen müsse. „Es ist die Zeit, mehr über Strukturreformen nachzudenken.“ Die Finanzpolitik könne hierbei Unterstützung leisten.

Dagegen warnte Obstfeld vor Handelsbeschränkungen, wie sie beispielsweise der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump vorschlägt. Eine solche mehr auf die Binnensicht orientierte Politik könnte auch bei anderen Ländern eine Welle von Protektionismus auslösen. Das aber würde das Wachstum weltweit beeinträchtigen.

~ WEB http://www.imf.org ~ APA469 2016-07-19/16:42


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