Wiener Schanigärten: Wirtschaftskammer bejubelt „Befreiung“

Wien (APA) - Ähnlich vielfältig wie die künftigen Varianten der Wiener Schanigärten-Winteröffnung sind am Dienstag auch die Reaktionen auf d...

Wien (APA) - Ähnlich vielfältig wie die künftigen Varianten der Wiener Schanigärten-Winteröffnung sind am Dienstag auch die Reaktionen auf diese ausgefallen. Die Wirtschaftskammer etwa jubelte und freute sich über die Durchsetzung von Unternehmerforderungen. Im ersten Bezirk wurde die Nachricht hingegen kühl aufgenommen.

„Jetzt ist es endlich geschafft, wir haben die Schanigärten befreit. Es ist ein guter Tag für den Wirtschaftsstandort Wien. Denn es gibt ein Verbot weniger, das die unternehmerische Freiheit einschränkt“, gab sich Walter Ruck, der Präsident der Wirtschaftskammer Wien, in einer Aussendung euphorisch. Zuletzt, so zeigte man sich in der Kammer zufrieden, habe man auch noch die Vergrößerung der Winter-Schanigartenfläche von sechs auf zwölf Quadratmeter und eine allgemeine Heizstrahler-Erlaubnis durchgesetzt.

Bisher hätten die 5.700 Wiener Gastronomen und knapp 2.500 Kaffeehausbesitzer nur von Anfang März bis Ende November einen Schanigarten betreiben können: „Künftig dürfen die Gastronomen auch im Winter ihre Gäste im Freien bewirten, wie es die WK Wien seit Jahren massiv gefordert hat.“ Verwiesen wurde auch darauf, dass sich bei einer Befragung nicht nur Unternehmer, sondern auch die Bewohner der Stadt mehrheitlich dafür ausgesprochen hätten.

Bezirksvorsteher Markus Figl - wie Ruck ein ÖVP-Vertreter - tut dies nicht. Er erinnerte an den Beschluss der Bezirksvertretung, „dass wir uns klar gegen eine Winteröffnung der Schanigärten aussprechen, insbesondere aufgrund der extrem umweltschädlichen Außenheizungen“. Diese Position sei auch in Gesprächen mit Wirtschaftstreibenden, Bürgerinitiativen und den Bewohnern bestätigt, versicherte Figl in einer Aussendung.

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Die Position des Bezirks werde man auch in die Begutachtung einbringen: „Die zuständige Kommission wird sich mit der Novelle beschäftigen und eine gemeinsame Stellungnahme abgeben“, kündigte Figl an, der immerhin befand: „Ein positiver Schritt ist die gesetzliche Verankerung von flächendeckenden Bewirtschaftungskonzepten unter intensiver Einbindung der Bezirke. Damit gibt es die Chance für alle, transparente Regelungswerke zu haben.“

Als „bestenfalls gut gemeint“ bezeichneten die NEOS den Entwurf. Sie kritisierten in einer Aussendung die höheren Gebühren und die ihrer Ansicht nach drohende Bürokratie durch die unterschiedlichen Varianten. Auch die Rathaus-ÖVP, die dem Ansinnen prinzipiell freundlich gegenübersteht, bemängelte die steigenden Tarife, die in die „marode Stadtkasse“ fließen würden.


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