CO2-Reduktionen - „Keine Ausreden mehr“ - „Schwer enttäuscht“

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~ --------------------------------------------------------------------- KORREKTUR-HINWEIS In APA424 vom 20.07.2016 muss es am Anfang des letzten Absatzes richtig heißen: Beim Umweltdachverband(nicht: Umweltbundesamt) ... --------------------------------------------------------------------- ~ Brüssel/Wien (APA) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die Regierung aufgefordert, die am Mittwoch präsentierten Vorgaben der EU und die Ergebnisse der Pariser Klimakonferenz „rasch in die nationale Energie- und Klimastrategie zu integrieren“. Spätestens mit der heutigen Bekanntgabe der EU gebe es keine Ausreden mehr.

Kritik übte Greenpeace nicht nur an „den fehlenden Klimaschutzzielen“, sondern auch am „unausgegorenen Prozess zur Einbindung der Bevölkerung bei der Erstellung der Klimastrategie“. Die Umweltorganisation Global 2000 verlangte „mehr Tempo bei der Energiewende“. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) müssten jetzt klarstellen, „dass die kommende Energie- und Klimastrategie den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas zum Ziel hat und wir die Energiewende in Österreich umsetzen, anstatt uns teuer über CO2-Zertifikate freizukaufen“, betonte Klimasprecher Johannes Wahlmüller.

Der WWF kritisierte die von der EU bekanntgegebenen Klimaziele für Österreich. Österreich muss seine Treibhausgasemissionen auf Basis von 2005 um 36 Prozent verringern. Für den WWF ist diese Reduktion „viel zu gering“, um als Klimaschutzziel ausreichend wirksam zu sein, sie entspreche auch nicht den Pariser Klimaschutzbeschlüssen. „Die Bundesregierung muss für 2030 eine CO2-Reduktion von 50 Prozent auf Basis von 1990 festlegen und den Ausstieg aus fossilen Energien bis 2050 zur Zielvorgabe der österreichischen Energie- und Klimastrategie machen“, sagte WWF-Klimasprecher Karl Schellmann.

Die Grünen verlangten einen Plan für die vorgeschriebene CO2-Reduktion. „Das Ziel ist für Österreich zwar schwächer ausgefallen als erwartet, wir dürfen aber dennoch keine Zeit verlieren, denn mit den aktuell wirksamen Klimaschutzmaßnahmen halten wir lediglich den aktuellen Emissionsstand“, kommentierte die Umweltsprecherin der Grünen, Christiane Brunner. Die Regierung wäre gut beraten, im Sinne der Kosteneffizienz, sich ein ambitionierteres Ziel für 2030 zu stecken.

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Beim Umweltdachverband zeigt man sich von der Vorgabe für Österreich „schwer enttäuscht“. Dieser würde den Zielen des Weltklimavertrages klar widersprechen. „Anstatt dem Abkommen von Paris gerecht zu werden, verschreibt sich die Kommission veralteter Zielsetzungen bis 2030, die das 1,5 Grad-Ziel deutlich verfehlen“, kritisierte Michael Proschek-Hauptmann, Geschäftsführer des Umweltdachverbandes. Der Vorschlag der Kommission beruhe auf den Ratsbeschlüssen vom Oktober 2014, die die aktuellen Entscheidungen von Paris nicht berücksichtigen.


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