Fußball: Ein Jahr nach Kaderumbruch: Austria setzt auf Konstanz

Tirana (APA) - Thorsten Fink hat die Hoffnung nicht aufgegeben. Mit dem Sprung in die Europa-League-Gruppenphase erhofft sich der Coach der ...

Tirana (APA) - Thorsten Fink hat die Hoffnung nicht aufgegeben. Mit dem Sprung in die Europa-League-Gruppenphase erhofft sich der Coach der Wiener Austria „vielleicht noch mal einen Spieler“. Bereits im Mai betonte der Deutsche: Nur mit wirklichen Verstärkungen kann der Angriff auf Platz eins geplant werden. Doch von spektakulären Transfers ist die Austria weit entfernt. Konstanz statt Millionen ist das Motto.

Für Aufsehen sorgten im Sommer andere. Neben Liga-Krösus Salzburg zeigte sich auch Rapid spendabel. Je zwei Millionen hat der Stadtrivale dem Vernehmen nach in die Neuzugänge Arnor Ingvi Traustason und Ivan Mocinic investiert, ein neuer Stürmer soll nach der Verletzung von Matej Jelic noch dazukommen. Bei der Austria kam indes Felipe Pires leihweise von Hoffenheim und Petar Filipovic von der SV Ried plus Christoph Martschinko fix von Hoffenheim.

Für Markus Kraetschmer, als Vorstand Herr über die Finanzen der Favoritner, ist dies keine Überraschung. „Wir haben letzten Sommer einen großen Umbruch gehabt, zwölf neue Spieler geholt und einiges investiert“, erinnerte der Manager vor dem Europa-League-Auftritt in Albanien. Mit Platz drei hätte der Verein dann das angestrebte Ziel erreicht. Größere Investitionen in den Kader können und sollen deshalb heuer nicht erfolgen. Unabhängig vom Stadionneubau, wie Kraetschmer betont, „sondern weil wir uns dazu bekannt haben“.

48 Millionen Euro verschlingt das S.T.A.R.-Projekt der Austria, den Großteil davon muss der Verein selbst tragen. Dass Rapid durch das bereits errichtete Allianz-Stadion und den damit verbundenen Mehreinnahmen auf dem Spielermarkt mehr Möglichkeiten hat, wollte Kraetschmer so nicht gelten lassen. Immerhin habe der Erzrivale durch die Transfers von Florian Kainz (um kolportierte 3,5 Mio. nach Bremen) und Stefan Stangl (um kolportierte 1,6 Mio. zu Salzburg) auch große Summen eingenommen.

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Die Transferbilanz der Grünweißen wird sich damit voraussichtlich die Waage halten, während bei der Austria - die Alexander Gorgon, Vance Sikov, Marco Meilinger und Fabian Koch im Sommer ablösefrei verließen - noch eine größere Investition ansteht. Um U21-Teamstürmer Kevin Friesenbichler wird mit Benfica Lissabon seit Wochen intensiv verhandelt. „Wir wollen bis zum Schluss um ihn kämpfen“, sagte Kraetschmer. Der Wechsel sei aber unabhängig vom Einzug in die lukrative Gruppenphase der Europa League.

Da dieser im Budget der Wiener nicht vermerkt ist, könnte sich Trainer Fink im Erfolgsfall noch einmal umsehen dürfen. „Wenn es dann vernünftige Möglichkeiten auf dem Markt gibt, könnten wir reagieren“, merkte Kraetschmer an. Dabei steht allerdings auch fest: Heimisch Akteure haben bei der Austria im Moment mit Blick auf den Österreicher-Topf Vorzug.

Um Gelder aus der Förderung zu lukrieren, dürfen in der Bundesliga nur sechs Legionäre im Matchkader stehen. Bei der Austria sind aktuell zehn unter Vertrag, mit Lucas Venuto, Felipe Pires, Olarenwaju Kayode, Petar Filipovic, Jens Stryger Larsen und Roi Kehat sind sechs praktisch gesetzt. Profis wie David de Paula und Ognjen Vukojevic bleibt damit in der Liga nur der Platz auf der Tribüne. Klappt es mit dem Erwerb von Friesenbichler demnach nicht, sind der Austria ein wenig die Hände gebunden.

„Fakt ist, wir bekennen uns zum Österreicher-Topf“, stellte Kraetschmer klar. Der Fokus soll künftig deshalb vermehrt auf Kräfte aus dem eigenen Nachwuchs gelegt werden. Dies sei auch mit Fink so abgesprochen. Dass zuletzt im Europacup die laut Clubangaben jüngste Austria-Elf aller Zeiten eingelaufen ist, soll kein Zufall gewesen sein. „Es ist der Traum eines jeden Trainers, eine junge Mannschaft zu entwickeln“, hatte Fink danach betont.


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