FOKUS 1-Russische Leichtathleten dürfen nicht nach Olympia

* Sportgericht bestätigt Sperre des IAAF

* Russland kritisiert pauschale Sperre

* IOC muss jetzt über Olympiateilnahme Russlands entscheiden (durchweg neu)

Lausanne, 21. Jul (Reuters) - Die russischen Leichtathleten dürfen nicht bei den in zwei Wochen beginnenden Olympischen Spielen in Rio de Janeiro starten. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) wies am Donnerstag die Einsprüche und Klagen des Russischen Olympischen Komitees sowie der 68 Athleten gegen die vom Weltverband IAAF ausgesprochenen Sperre ab. Der IAAF hatte die Sperre wegen flächendeckenden Dopings verhängt. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Internationale Olympische Komitee (IOC) alle russischen Sportler von den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro ausschließt. Diese Entscheidung wird für Sonntag erwartet.

Russland hatte kritisiert, dass ein pauschaler Ausschluss aller Athleten unfair gegenüber jenen ist, die nicht gedopt hätten. Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow sagte: „Das Prinzip der kollektiven Verantwortlichkeit ist schwer zu akzeptieren.“ Die zweifache Olympiasiegerin im Stabhochsprung, Jelena Isinbajewa, sprach von einer „Beerdigung der Leichtathletik“. Die Nachrichtenagentur Interfax zitierte den russischen Sportminister Vitali Mutko mit den Worten, Russland werde die nächsten Schritte prüfen. Die Angelegenheit könne nicht so bleiben wie sie sei.

IAAF-Präsident Sebastian Coe sagte, der Verband sei dankbar, dass seine Regeln und die Anti-Doping-Bestimmungen vom CAS bestätigt worden seien. „Das ist jedoch kein Tag für Triumph-Erklärungen“, fügte er hinzu.

IAAF-SPERRE NACH DOPINGBERICHT ÜBER RUSSLAND

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF sperrte die russischen Sportler im November von allen internationalen Wettkämpfen. Zuvor hatte eine Kommission der Welt-Antidoping-Agentur (Wada) nachgewiesen, dass es in Russland ein staatlich organisiertes Doping-System gibt. Das Russische Olympische Komitee und zahlreiche Sportler hatten beim CAS dagegen Beschwerde eingelegt, weil auch negativ getestete Athleten davon betroffen seien.

Am Montag legte die Wada einen weiteren Bericht vor, in dem ein umfassendes und staatlich unterstütztes Doping rund um die Winterspiele von Sotschi 2014 festgestellt wurde. Daraufhin kündigte das Internationale Olympische Komitee (IOC) die „härtesten Sanktionen gegen Einzelpersonen oder Organisationen“ an. Erwartet wird damit der Ausschluss der gesamten russischen Delegation von den Spielen in Brasilien, die am 5. August beginnen. Das IOC hat angekündigt, das CAS-Urteil zu berücksichtigen. (Reporter: Marina Depetris und Jack Stubbs, geschrieben von Andreas Kenner, redigiert von Klaus-Peter Senger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern 069-7565 1312 oder 030-2888 5168)


Kommentieren