Nachbarin: „Er war eine gute Person, ein guter Mensch“
Während Nachbarn den mutmaßlichen Amokläufer als ruhig und sehr nett beschreiben, soll er laut Sicherheitskreisen den Amokläufer von Winnenden verherrlicht haben.
München (Bayern) – Nachbarn im Mietshaus im Münchner Stadtteil Maxvorstadt haben den mutmaßlichen Täter als freundlich und hilfsbereit beschrieben. „Der Junge war sehr sehr nett. Ich kann nichts Schlimmes sagen“, berichtete eine Nachbarin. So habe er die Zeitungen im Haus verteilt.
Sie beschrieb den 18-Jährigen als „guten Menschen“. „Er war eine gute Person, ein guter Mensch“, sagte die 40-Jährige am Samstag gegenübere Medienvertretern. „Ich habe ihn nicht einmal sauer gesehen, niemals habe ich Probleme mit der Polizei oder Nachbarn gehört.“ Die aus Mazedonien stammende Frau fügte hinzu: „Er hat gelacht wie ein normaler Mensch.“
Mutmaßlicher Täter wohnte in guter Wohngegend
Der 18-jährige Deutsch-Iraner soll am frühen Freitagabend in einem Schnellrestaurant und einem Einkaufszentrum im Norden der bayerischen Landeshauptstadt neun Menschen erschossen und sich dann offenbar selbst getötet haben. Die Motive des Täters sind bisher unklar.
Laut Spiegel Online handelt es sich um David S., der in der Nähe des Tatorts in einer guten Wohngegend mit seinen Eltern gewohnt haben soll. Das mehrstöckige Wohnhaus wurde von der Polizei abgesperrt und durchsucht. Auf der Suche nach einem Motiv trugen die Ermittler noch in den Morgenstunden mehrere Kartons aus der Wohnung.
In einem Video, das offenbar aus einem benachbarten Wohnblock aufgenommen wurde, sieht man den mutmaßlichen Täter auf dem obersten Deck eines Parkhauses stehen. Ein Anwohner beschimpft ihn von seinem Balkon aus und gerät so in einen Dialog mit ihm.
Er habe sich eine Waffe kaufen müssen, sagt der mutmaßliche Täter. „Ich bin Deutscher.“ Er sei hier geboren, in einer „Hartz-IV-Gegend“ aufgewachsen und „in stationärer Behandlung“ gewesen. Außerdem ist der Ruf „Scheiß Türken“ zu hören – ob vom mutmaßlichen Täter oder einem anderen Anwohner, ist unklar.
„Mir ist alles egal“
Ein anderer mutmaßlicher Zeuge berichtete CNN, er habe gehört, wie der Täter geschrien habe, er sei Deutscher und werde Ausländer umbringen. Bei „Spiegel Online“ meldete sich ein Mann, der nach eigener Aussage zur Tatzeit in einem angrenzenden Geschäft einkaufen war und neben mehreren Schüssen auch die Schreie „Mir ist alles egal“ und „Ich töte euch alle“ gehört hat.
Der Nachbarin zufolge ist der Vater des 18-Jährigen ein aus dem Iran stammender Taxifahrer, die Mutter habe früher bei der Warenhauskette Karstadt gearbeitet. Der mutmaßliche Täter hat demnach zudem einen jüngeren Bruder.
Der Attentäter von München soll sich viel mit Computer-“Ballerspielen“ beschäftigt und den Attentäter des Amoklaufs von Winnenden verherrlicht haben. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Samstag aus Sicherheitskreisen. 2009 hatte ein 17-Jähriger an seiner früheren Realschule in Winnenden bei Stuttgart und auf der Flucht 15 Menschen und sich selbst getötet.
Aus den Sicherheitskreisen hieß es weiter, der Attentäter von München soll Probleme in der Schule gehabt haben. Er sei in Deutschland groß geworden, seine Eltern seien in den 90er Jahren in die Bundesrepublik gekommen. (APA/Reuters/AFP)