25 Jahre AZW

Die Zukunft der Pflege: Tirol vor enormen Herausforderungen

Der Bedarf an Pflegekräften, egal in welchem Bereich, ist nach wie vor ungebrochen hoch.
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Das Ausbildungszentrum West (AZW) feiert sein 25-jähriges Bestehen. Und steht vor großen Herausforderungen. 2000 zusätzliche Pflegekräfte werden bis 2022 in Tirol benötigt.

Von Marco Witting

Innsbruck –11.600 Pflegekräfte, 2400 Menschen in medizinisch-technischen Diensten bzw. Hebammen und 1050 Menschen in medizinischen Assistenzberufen: Sie alle haben in den vergangenen 25 Jahren eine Ausbildung im AZW Innsbruck abgeschlossen. Doch wenn dieses Vierteljahrhundert eines auch gezeigt hat, dann, dass in der Branche die einzige Konstante die Veränderung ist. Und so warten in den kommenden Jahren enorme Herausforderungen in der Pflegelandschaft auf Land, tirol kliniken und auch das Ausbildungszentrum West.

2000 zusätzliche Pflegekräfte werden in Tirol bis zum Jahr 2022 benötigt, rechnete anlässlich einer Jubiläums­pressekonferenz Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (VP) vor. Und: Dieser Trend wird in den Jahren danach auf Grund der demografischen Entwicklungen noch stärker werden. „Wir brauchen diese Pflegekräfte auch und haben schon vor Jahren die Klassenzahlen entsprechend erhöht“, sieht Tilg das System in Tirol gut aufgestellt. Das AZW sei diesbezüglich „ein Erfolgsmodell“.

Doch gerade in der Pflege hieß es über Jahre, dass die ausgebildeten Menschen nur sehr kurze Zeit, knapp fünf Jahre, in dem Bereich arbeiten würden. „Blödsinn“, kontert AZW-Direktor Walter Draxl. Man habe nie erfasst, wohin die Menschen danach gegangen seien. „Sie sind sehr oft in dem Bereich geblieben und haben sich nur verändert“, erklärt er. Die Fluktuation habe außerdem in der jüngeren Vergangenheit abgenommen. „Wir bemerken, dass die Pflegekräfte deutlich länger bleiben“, sagt Draxl. Stefan Deflorian, Vorstand der AZW-Mutter tirol kliniken, nennt als Beispiel das eigene Haus. „Wir haben rund die Hälfte der Mitarbeiter in der Pflege und die durchschnittliche Verweildauer im Job beträgt 14 Jahre, die Fluktuation gerade einmal rund fünf Prozent.“

Klar sei, dass sich sowohl die Anforderungen als auch die Rahmenbedingungen laufend verändern. Aktuell steht gerade die Neu-Konzeption der Pflegeausbildung in drei Ausbildungswegen an. In Zukunft wird es neben der einjährigen Ausbildung zur Pflegeassistenz auch eine zweijährige Variante für die Pflegefachassistenz geben. Außerdem wird mit der FH Pflege in Kooperation mit der FH Gesundheit und der UMIT ein Studium für den gehobenen Dienst eingeführt. „Wir wollen Personen nach neuesten Erkenntnissen und wissenschaftlichen Ergebnissen für ihre Tätigkeit bei der Beratung und Betreuung gesunder und kranker Menschen vorbereiten“, sagt Draxl. Durch die Novellierung des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes gehört die Bezeichnung „Krankenschwester“ der Vergangenheit an. Diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegern gehört so die Zukunft.

Auf rund 600 m² Fläche wird ein modernes Simulationszentrum errichtet. Ähnlich einem Flugsimulator sollen dabei Standardabläufe genauso trainiert werden wie Notfallsituationen. „Die Inbetriebnahme ist für das erste Quartal 2017 vorgesehen“, sagt Deflorian. 1,4 Millionen Euro werden dafür investiert. Man rücke damit in die Champions League der Ausbildungen auf, sagt Draxl.