Deutschland

Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung in Krebszentrum

In seiner Praxis bot ein deutscher Heilpraktiker alternative Krebsbehandlungen an.
© AFP/dpa/Henning Kaiser

Mehrere Patienten starben nach Behandlungen in einem alternativen Krebszentrum in Deutschland. Die Einrichtung wurde geschlossen, die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Krefeld – Nach dem Tod mehrerer Patienten eines alternativenKrebszentrums ermittelt die Staatsanwaltschaft Krefeld gegen denBetreiber der Einrichtung wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung in mehreren Fällen. Das teilte die Behörde am Freitag mit. „Die bisherigen Ermittlungen bieten keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte dafür, dass der Beschuldigte den Tod vonPatienten oder Gesundheitsbeschädigungen vorsätzlich herbeigeführt hat“, hieß es in der Mitteilung.

Die bisherigen Ermittlungen hätten denVerdacht erhärtet, dass der Heilpraktiker zwischen dem 25. und 27. Juli in seiner Praxis inBrüggen am Niederrhein fünf Patienten mit dem Präparat „3-Bromopyruvat“ behandelt habe. Die Substanz ist nicht als Medikament zugelassen. Drei der Patienten starben wenige Tage nach der Behandlung, zwei weitere begaben sich wegen lebensbedrohlicher Beschwerden in ärztliche Behandlung.

Laut Staatsanwaltschaft sei der Heilpraktiker grundsätzlich berechtigt gewesen, den Stoff zu verwenden. Ob der Tod der Patienten mit dem Präparat direkt in Zusammenhang steht oder sie an denFolgen ihrer Krankheit starben, konnte noch nicht abschließend geklärt werden. (dpa)