„An Steuern für Sprit ansetzen“

Wenig zuversichtlich, dass das Klimaabkommen auch so umgesetzt wird, ist Peter de Pous vom Europäischen Umweltbüro.

© bmlfuw

Wie zuversichtlich sind Sie, dass die Ziele des Pariser Klimaabkommens von den EU-Staaten auch umgesetzt werden?

Peter de Pous: Die Zuversicht ist aus meiner Sicht gering. Der Grund dafür ist die allgemeine Verunsicherung. Die Klima- und Umweltpolitik bleibt immer zuerst auf der Strecke. Besonders weil es gerade in Richtung weniger EU geht. Aber andererseits hat die EU in Krisen oft den Konsens gefunden. Viele fürchten sich vor den Kosten der Energiewende. Hier müsste stärker darauf hingewiesen werden, welchen Vorteil man am Ende hat. Aber mittlerweile haben auch diejenigen, die auf fossile Energie gesetzt haben, erkannt, dass man an einem Punkt ist, an dem man nicht zurückkann — dem Ausstieg aus fossilen Energieträgern.

Sie fordern immer wieder, dass die EU Verantwortung übernehmen soll. Wie soll das aussehen?

de Pous: Damit meine ich, dass die EU-Staaten Verantwortung übernehmen sollen. Sie müssen der Bevölkerung die Vorteile zeigen, wie etwa die höhere Lebensqualität oder die höhere Lebenserwartung, die eine saubere Umwelt bringt. Die EU soll hingegen global als Vorreiter auftreten.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Wie beurteilen Sie die österreichische Umwelt- und Klimapolitik?

de Pous: Österreich hat hohe Ziele. Kann aber auch mehr tun. Wie jedes Land wünscht sich Österreich mehr Flexibilität bei der Umsetzung der Ziele. Durch den hohen Anteil an Wasserkraft wird viel CO2 eingespart, aber auf Kosten des Naturschutzes. Mit Sonnenenergie könnte man mehr machen, ohne in die Landschaft einzugreifen. Österreich hat zudem niedrige Spritpreise. Will man die Luftqualität verbessern, muss man hier natürlich an den Steuern ansetzen.

Das Interview führte Stefan Eckerieder


Kommentieren


Schlagworte