Entgeltliche Einschaltung

Dem Recht auf die Sprünge geholfen

Rund 7500-mal wurde die Schwazer Arbeiterkammer heuer bereits kontaktiert, sie konnte in den meisten Fällen helfen. Sei es bei arbeitsrechtlichen Ansprüchen oder beim Konsumentenschutz, wie Beispiele zeigen.

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Symbolbild.
© Dähling

Von Angela Dähling

Entgeltliche Einschaltung

Schwaz –Die gute Nachricht vorneweg: „Die ganz großen Schweinereien, wo Arbeitnehmer nicht angemeldet werden oder für 40 Wochenstunden 500 Euro Lohn bekommen, gibt es nicht mehr“, sagt der Leiter der Schwazer Arbeiterkammer Andreas Herzog. Und dazu dürfte auch die AK ihr Scherflein beigetragen haben. „Die Leute sind aufgeklärter, sie kümmern sich mehr um ihr Arbeitsrecht“, weiß Herzog. Dennoch würden sie ihr Recht nicht immer einfordern. „Wenn bei der Endabrechnung 200 Euro fehlen, aber derjenige im Winter wieder in dem Betrieb arbeiten will, verzichtet er meist aufs Intervenieren“, spricht der AK-Chef aus Erfahrung.

Apropos Endabrechnungen: Die wenigsten kennen sich aus, was ihnen nach Beendigung eines Dienstverhältnisses rechtlich an Geldern und Urlaubstagen zusteht. „Mitunter wissen das auch die Arbeitgeber nicht so genau, daher unterstelle ich keine bösen Absichten. Eine Prüfung der Endabrechnung durch uns empfiehlt sich in vielen Fällen“, sagt er.

Andreas Herzogs Schreibtisch ist von Fachliteratur umrahmt.
© Dähling

Das hat auch ein Schwazer Bauarbeiter feststellen müssen, als er nach etwa 20 Jahren aus gesundheitlichen Gründen sein Arbeitsverhältnis beenden musste. Durch seine Kündigung verzichtete er auf mehrere Monatsgehälter freiwillig. „Ihm wurde allerdings auch kein einziger offener Urlaubstag verrechnet. Wir intervenierten schriftlich und nach kurzer Prüfung wurden die restlichen Urlaubstage anstandslos nachbezahlt – immerhin waren das 4000 Euro“, schildert Andreas Herzog.

Auch einer Weerbergerin, die bei einer großen Lebensmittelkette ein auf drei Monate befristetes Dienstverhältnis abgeschlossen hatte und während der Befristung schwanger wurde, half die AK. Trotz Information über die Schwangerschaft wurde ihr mitgeteilt, dass das Dienstverhältnis nach drei Monaten ende. „Nach Bestimmungen des Mutterschutzgesetzes muss das Arbeitsverhältnis bis zum Beginn des Mutterschutzes aufrechtbleiben – wir konnten für die Weerbergerin erreichen, dass die Beendigung des Dienstverhältnisses zurückgezogen wurde“, erklärt Herzog. Fälle wie die geschilderten zählen zur täglichen Beratung, sie seien nicht außergewöhnlich, betont er.

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Auch in Sachen Konsumentenschutz ist die AK gefragt. Ein Rentner aus Münster wollte nach Jahren das Vertragsverhältnis mit einer Telefongesellschaft unter Einhaltung der Kündigungsfrist kündigen. Ihm wurde mitgeteilt, er sei ein weiteres Jahr vertraglich gebunden. Der Mann wandte sich an die AK Schwaz, die erreichen konnte, dass die Bindungsfrist nur noch einen Monat betrug. Herzog: „Bei der Durchsicht der Rechnungen stellten wir zudem fest, dass dem Mann rechtswidrig Zahlscheingebühren verrechnet wurden. Wir forderten sie zurück – und der Pensionist erhielt über 100 Euro.“

In einem anderen Fall hatte eine Wattenbergerin im Internet ein vermeintlich kostenloses E-Mail-Konto angelegt. Und das auf einer dafür gängigen Internetseite. Nach einem Monat wurde ihr mitgeteilt, dass sich der kostenlose Vertrag automatisch in eine kostenpflichtige Mitgliedschaft umgewandelt habe, da die Frau den Vertrag nicht gekündigt habe. „Sie hatte aber weder einen Vertrag, noch wurde ihr die erforderliche Widerrufsbelehrung übermittelt“, sagt Herzog. Die AK urgierte mehrmals, die Firma übergab den Fall sogar an ein Inkassobüro. Herzog: „Schlussendlich wurde der Wattenbergerin dann mit einer Zeile mitgeteilt, dass die sofortige Kündigung und Stornierung der Forderung bestätigt wird.“

2700 Gespräche, 216.000 Euro, 17 Klagen

Beratungen: Im ersten Halbjahr 2016 wurden in der AK Schwaz bisher 2700 persönliche Beratungen durchgeführt. 60 % betrafen den Bereich Arbeitsrecht, 15 % Konsumentenrecht bzw. allgemeine Rechtsberatung. Der Rest verteilte sich auf Lehrlings-, Mietrecht- und Steuerrechtberatung. 4780 telefonische Beratungen wurden zudem durchgeführt.

Gelder erkämpft: Die AK Schwaz konnte im ersten Halbjahr 2016 insgesamt 216.000 Euro an offenen arbeitsrechtlichen Ansprüchen für ihre Mitglieder einbringlich machen, wobei in 17 Fällen der Klagsweg beschritten werden musste.

Veranstaltungen: Mitglieder erhalten zudem bei Veranstaltungen der AK wertvolle Tipps u. a. zu Themen wie Mietrecht, Steuern und Weiterbildung. Am 15.9. wird über Kinderbetreuungsgeld, Karenz etc. informiert.


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