Bezirk Imst

Stift Stams: Substanz auf 100 Jahre gerettet

© Paschinger

Seit 1998 wurde jedes Jahr gut eine Million Euro in die Erhaltung des Stiftes Stams investiert. Am Tag des Denkmals feiert das Oberländer Juwel gleich mehrere Jubiläen.

Von Alexander Paschinger

Stams –„Es war, glaube ich, ein Praktikant, der bei der Vermessung feststellte, dass der Ostturm nicht mehr im Lot ist“, erinnert sich der Stamser Abt German Erd an den Auslöser. 1998 stand man vor der Frage, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um eines der ganz wichtigen Baudenkmäler Tirols vor dem Verfall zu retten. Eine Bausteinaktion wurde eingeführt, aber letztlich war das Engagement des Landes Tirol entscheidend: 45 % der Kosten berappte das Land Tirol, weitere 45 noch einmal die Landesgedächtnisstiftung und 10 % der Bund. „Auch wenn es von außen den Anschein hat – wir sind nicht reich. Das Stift hätte diese Erhaltungsmaßnahmen niemals selber stemmen können“, so der Abt.

Das Sanierungsprojekt gliederte sich in 22 Bauabschnitte. So galt es 15.000 m² Dachfläche samt dem historischen Dachstuhl, der zum Teil aus dem 14. Jh. stammt, zu sanieren. „Wobei nur das morsche Gebälk ausgetauscht werden durfte“, wie Architekt Max Schönherr, quasi der Stiftsbaumeister, erläutert. Auch die Fassaden und Fundamente wurden entfeuchtet. Elektroinstallationen, Fenster etc. kamen dazu. „Dafür ist die Substanz die nächsten 100 Jahre gerettet“, so Erd.

Stift Stams, das ist nicht irgendwas. Historisch gesehen ist das von Meinhard II., dem Schmied Tirols, im Jahr 1273 gegründete Zisterzienserkloster die Grablege der Tiroler Landesfürsten. Rund 40 Mitglieder der Fürstenfamilie fanden hier ihre letzte Ruhestätte. Stams, das war aber auch Meinhards Klammer nach Nordtirol, als er hier seine Gebiete erwarb.

Heuer stehen aber auch andere Jubiläen an: Die Jahreszahl 1716 ziert das berühmte Rosengitter, was den Abschluss der Barockisierung unter der Innsbrucker Baumeisterfamilien Gumpp markiert. Und 1816 wurde das Kloster nach seiner Aufhebung im Jahr 1807 wieder vom Orden besiedelt. Heute beherbergt das Stift nicht nur 16 Patres, sondern ist Heimstätte für 1500 Schüler, Studenten und Lehrende am Meinhardinum, Schigymnasium, der Kirchlich Pädagogischen Hochschule und Sozialpädagogik.

Am 25. September, Tag des Denkmals, ist Stift Stams eine Station in Tirol. Schon am Tag zuvor bekommt das historische wie geistliche und geistige Zentrum des Oberlandes hohen Besuch: Die Tiroler Landeshauptleute Arno Kompatscher und Günther Platter haben sich angesagt.

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