Das Imponiergehabe des Potentaten

Kurz- und Kürzestwarenhändler versorgen die wenigen Touristen an der einstmals ukrainischen Schwarzmeerküste mit Hand- und Badetüchern, die das Imponiergehabe des Potentaten zeigen.

Besetzt und verlassen: Sofya Tatarinovas Installation „Putin on the beach“ setzt sich mit der aktuellen Situation auf der Krim auseinander.
© Vorbrenner/Tatarinova

Innsbruck –Mit offiziellem Auftrag aus Moskau verzieren Graffiti-Künstler Gebäude auf der Halbinsel Krim mit ins heroische potenzierten Abbildern von Russlands Präsident Putin. Und Kurz- und Kürzestwarenhändler versorgen die wenigen Touristen an der einstmals ukrainischen Schwarzmeerküste mit Hand- und Badetüchern, die das Imponiergehabe des Potentaten zeigen: Nach der Annexion der Krim im März 2014 gilt es inzwischen, die veränderten politischen Tatsachen auch in den Köpfen zu verankern. Mit mitunter gespenstisch bis unfreiwillig komischen Resultaten, wie die Bilder der Fotokünstlerin Sofya Tatarinova zeigen. Bis Donnerstag, 29. September, sind sie gemeinsam mit ironisch ernüchternden Videoarbeiten und der Installation „Putin on the beach“ im Innsbrucker Waltherpark zu sehen. Letztere stellt propagandistische Badeaccessoires aus und ruft – nicht von ungefähr – den Streit um die besten Liegeplätze an Hotelpools in Erinnerung: Eine Horde besonders patriotischer Badefreunde hat die Liegen in Besitz genommen – und dann beschlossen, den Tag doch an der Bar zu verbringen. (jole)


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