Querschnittgelähmter 2 - Richter: „Beachtliche kriminelle Karriere“

Korneuburg (APA) - Im Prozess um eine Home-Invasion im Jänner in Moosbrunn (Bezirk Wien-Umgebung) hat Richter Manfred Hohenecker am Dienstag...

Korneuburg (APA) - Im Prozess um eine Home-Invasion im Jänner in Moosbrunn (Bezirk Wien-Umgebung) hat Richter Manfred Hohenecker am Dienstag am Landesgericht Korneuburg von einer „beachtlichen kriminellen Karriere“ des Angeklagten gesprochen. Er verwies auf Vorstrafen des 34-Jährigen in mehreren europäischen Ländern. Nach den Schlussplädoyers zogen sich die Schöffen kurz vor 12.30 Uhr zur Urteilsberatung zurück.

„Er ist ein Profi-Einbrecher“, es sei aber die erste Home-Invasion des 34-Jährigen gewesen, sagte Elisabeth Böhm-Gratzl, die Vertreterin der Anklagebehörde, im Schlussvortrag. Verteidiger Martin Mahrer verwies auf ein reumütiges Geständnis seines Mandanten und ersuchte um ein mildes Urteil. Der 34-Jährige habe den Opfern einen Auftritt vor Gericht erspart. „Es tut mir sehr leid für alles, was ich getan habe“, sagte der Angeklagte.

Den Namen seines Mittäters nannte der Beschuldigte nicht, „er hat mir nie gesagt, wie er heißt“, beteuerte der 34-Jährige. Bei der Tat im Jänner seien sie zu zweit gewesen, berichtete er. Die Frage des Richters, ob es einen weiteren Komplizen gegeben habe, verneinte der Angeklagte. Er sei in einem rumänischen Lokal mit einem Mann am Nebentisch angeworben worden. Der andere hatte laut dem Angeklagten einen Tipp bekommen, dass ein Querschnittgelähmter im Safe seines Hauses in Österreich 20.000 Euro aufbewahre.

„Ich bin mitgegangen, weil ich Geld brauchte“, übersetzte die Dolmetscherin die Angaben des 34-Jährigen. Mit einem Auto seien sie von Rumänien nach Österreich gefahren und abends in Moosbrunn angekommen. Ein paar Stunden hatten die beiden in der Kälte gewartet, bevor sie gegen 4.00 Uhr - maskiert mit Sturmhauben mit Seeschlitzen - ins Haus eindrangen. Mit zwei Schraubenziehern hatten die beiden ein Fenster aufgezwängt.

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Der Komplize des 34-Jährigen soll ein Messer in der Hand gehabt haben, der Angeklagte nahm aus einem anderen Raum eine Paketklebeband-Rolle ins Schlafzimmer mit. Ein Täter „schlug mir sofort mit seiner linken Faust ins Gesicht“, hatte der Querschnittgelähmte zu Protokoll gegeben. Der Angeklagte gab zu, dem um Hilfe rufenden Mann für mehrere Sekunden einen Kopfpolster ins Gesicht gedrückt zu haben.

Die Betreuerin war durch die Schreie aufgeweckt worden. Sie wurde gegen die Wand gedrückt und mit mehren Faustschlägen auf den Kopf und in den Bauch attackiert. Die Täter verlangten auf Deutsch Geld, gab die Betreuerin laut den verlesenen Aussagen angab. Die Verteidigung verzichtete auf die Zeugenaussagen der Opfer.

Aufgrund der massiven Gegenwehr der Bewohner flüchtete das Duo schließlich, ohne die Opfer zu fesseln. Aus der Geldbörse der Betreuerin sollen die Männer 500 Euro erbeutet haben. Der 34-Jährige gab an, nichts von dem Geld bekommen zu haben.

Der Richter verlas außerdem die Aussage eines anonymen Zeugen in Rumänien, der angab, selbst für diesen Raubüberfall angeworben worden zu sein. Den Tipp hatte demnach eine ehemalige Betreuerin des Pensionisten gegeben.


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