Bosnischer Serbenchef verweigert Einvernahme in Sarajevo

Sarajevo/Banja Luka (APA) - Der Präsident des serbischen Landesteils von Bosnien, Milorad Dodik, will sich nicht von der Staatsanwaltschaft ...

Sarajevo/Banja Luka (APA) - Der Präsident des serbischen Landesteils von Bosnien, Milorad Dodik, will sich nicht von der Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt Sarajevo einvernehmen lassen. Er sei allerdings zu einer Aussage auf dem Gebiet der Republika Srpska bereit, sagte Dodik bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Banja Luka.

Nach dem umstrittenen Referendum der bosnischen Serben über die Beibehaltung ihres Nationalfeiertags zeichnet sich eine Machtprobe zwischen der Serben-Führung und den zentralstaatlichen Behörden ab. Das bosnische Verfassungsgericht hatte das Referendum untersagt.

Die Staatsanwaltschaft kündigte nach dem Referendum Ermittlungen an und berief Dodik zu einer Einvernahme zu sich.

Die Serben hatten sich am Sonntag mit fast 100-prozentiger Mehrheit für ihren Feiertag ausgesprochen. Die USA und die EU hatten ohne Erfolg versucht, die Abstimmung zu verhindern. Sie sehen in ihr einen Schritt in die immer wieder angedrohte Abspaltung der serbischen Landeshälfte vom Gesamtstaat.

Die Weigerung Dodiks könnte neben politischen Erwägungen auch andere Gründe haben. Bosnische Medien hatten schon vor einiger Zeit berichtet, dass der Präsident der Republika Srpska Reisen nach Sarajevo vermeide. Grund sollen Ermittlungen wegen dubioser Finanzgeschäfte gegen ihn sein.


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