Italiens Staatsbahnen fusionieren mit Fernstraßenbetreiber

Rom (APA) - Italiens staatlicher Bahnkonzern FS (Ferrovie dello Stato) fusioniert mit der Fernstraßenbetreibergesellschaft ANAS. Durch die F...

Rom (APA) - Italiens staatlicher Bahnkonzern FS (Ferrovie dello Stato) fusioniert mit der Fernstraßenbetreibergesellschaft ANAS. Durch die Fusion soll eine Infrastrukturgruppe von internationalem Format entstehen, die auch im Fernbusbereich aktiv werden will, berichtete Bahnchef Renato Mazzoncini bei der Vorstellung des neuen Entwicklungsplans 2017-2016 heute, Mittwoch, in Rom.

Die Staatsbahnen prüfen die Börsennotierung der Hochgeschwindigkeitssparte im Rahmen eines Privatisierungsplans der Regierung. Eine 30-prozentige Beteiligung könnte 2017 an die Börse gebracht werden. Die Bahnhochgeschwindigkeitsbranche generiere einen Umsatz von 2,4 Mrd. Euro und sei für den Markt besonders interessant, sagte Mazzoncini.

Der neue Entwicklungsplan sieht Investitionen in Höhe von 94 Mrd. Euro vor, 73 Mrd. davon sollen im Bereich Infrastruktur und 14 Milliarden in neue Züge investiert werden. 7 Mrd. Euro sind der technologischen Entwicklung gewidmet. Damit soll sich der FS-Umsatz in zehn Jahren auf 17,6 Mrd. Euro verdoppeln. Weiters sollen in dem Zeitraum 210.000 Jobs entstehen.

Die italienischen Staatsbahnen wollen auch im Ausland stark wachsen. „Wir wollen aus der Bahn einen internationalen Marktführer im Bereich integrierte Mobilität machen“, so der Bahnchef. Bis 2026 soll ein Umsatzanteil von 4,2 Mrd. Euro im Ausland generiert werden. Unter allem wollen die Staatsbahnen im Bereich regionale Züge investieren. Nach Jahren der Investitionen im Hochgeschwindigkeitsbereich sei jetzt die Zeit gekommen, um den regionalen Zugverkehr mit modernen Zügen zu revolutionieren, sagte Mazzoncini.

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Dank der Fusion mit der ebenfalls staatlichen ANAS sollen Synergien und Kosteinsparungen in Höhe von 400 Mio. Euro möglich sein. ANAS hat den Auftrag, das Netz von Straßen und Autobahnen, die von staatlichem Interesse sind, aufrechtzuerhalten. Im Fernbusbereich wollen die Bahnen ihren Marktanteil von 6 auf 25 Prozent steigern.

Premier Matteo Renzi kündigte indes an, dass am 10. Dezember die Bahn-Hochgeschwindigkeitsstrecke Mailand-Brescia eingeweiht werde. Renzi bestätigte, dass die Regierung verstärkt in regionale Bahnverbindungen, vor allem in Süditalien, und im Nahverkehrsbereich investieren wolle.


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