Prozess gegen Grazer Amokfahrer - „Psychopathische Störung“

Graz (APA) - Im Grazer Straflandesgericht ist am Donnerstag der Prozess gegen Alen R. fortgesetzt worden. Der 27-Jährige soll im Juni 2015 b...

Graz (APA) - Im Grazer Straflandesgericht ist am Donnerstag der Prozess gegen Alen R. fortgesetzt worden. Der 27-Jährige soll im Juni 2015 bei einer Amokfahrt durch Graz drei Menschen getötet und 50 verletzt haben. Die psychologische Gutachterin attestierte dem Betroffenen eine „psychopathische Störung“, mit der eine „völlig gestörte Gefühlslage“ einhergehe, daher sei er ein „hoch gefährlicher Mensch“.

Bei ihrer Untersuchung habe sie Alen R. als „zwanghaft und verunsichert“ angetroffen, führte die Sachverständige Anita Raiger aus. R. sei auf der einen Seite „ängstlich und abhängig“, auf der anderen Seite „kalt und gefühllos“. Sie war der Meinung, bei dem Untersuchten liege keine psychotische, sehr wohl aber eine psychopathische Störung vor. Der 27-Jährige weise außerdem ein „völliges Fehlen am Gewissen und Schuldbewusstsein auf“.

Die Sachverständige verlieh der Meinung Ausdruck, R. habe die Tat in den drei Wochen vor der Amokfahrt genau geplant, nachdem er von zuhause weggewiesen worden war. „Die Gesellschaft hatte ihm alles genommen, Beruf, Geld, Zuhause, seine Frau war weg.“ Sie verglich die Amokfahrt mit einem Computerspiel: „Die grüne Ampel, bei der er losgefahren ist, war das Startsignal, dann die Fahrt, dann Game over.“ Mit Absicht habe er diesen Tag gewählt, weil wegen des Formel-1-Rennens in Spielberg alles in die Steiermark geschaut habe.

„Die Amokfahrt war eine Reaktion auf jahrelange Kränkung durch die Gesellschaft“, führte Raiger aus. Alen R. sei „von seiner Persönlichkeitsstruktur her ein hoch gefährlicher Mensch“.

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