Russland nur zu zweitägigen Feuerpausen für Aleppo bereit

Damaskus (APA/dpa/Reuters) - Russland ist beim Kampf um die syrische Stadt Aleppo nur zu zweitägigen Feuerpausen zur Versorgung der Zivilbev...

Damaskus (APA/dpa/Reuters) - Russland ist beim Kampf um die syrische Stadt Aleppo nur zu zweitägigen Feuerpausen zur Versorgung der Zivilbevölkerung bereit. In einer siebentägigen Waffenruhe könnten terroristische Kräfte sich umgruppieren, sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow am Donnerstag in Moskau.

Die USA fordern die Einhaltung der mit Russland vereinbarten Pause von sieben Tagen. Moskau will im Gegenzug, dass die USA für eine Trennung von gemäßigter Opposition und Terrorgruppen sorgen. In den vergangenen Tagen hat die syrische Armee mit russischer und iranischer Hilfe die Angriffe auf Aleppo verstärkt.

Zur US-Drohung, Gespräche mit Russland abzubrechen, erklärte Rjabkow, dies sei wohl ein „emotionaler Ausbruch“ gewesen, wie die Agentur Interfax meldete. Die Obama-Administration sei ihrerseits nicht bereit, das Abkommen mit Moskau einzuhalten. Wenn Amerika verstärkt Waffen an syrische Regimegegner liefern sollte, unterstütze es damit Terror, der sich auch gegen Russland richte.

Rjabkow zeigte sich über Aussagen eines Sprechers des US-Außenministeriums entsetzt. Diese kämen einer Unterstützung von Terrorismus gleich. Der Sprecher des US-Außenministeriums hatte erklärt, Russland selbst habe Interesse daran, die Gewalt in dem Land zu stoppen. Andernfalls könnten Extremisten das Machtvakuum ausnutzen und sogar russische Städte angreifen. „Diese kaum verhohlene Aufforderung, Terrorismus als Waffe gegen Russland einzusetzen, zeigt, wie weit sich die US-Regierung im Nahen Osten und besonders in Syrien herabgelassen hat“, kritisierte Rjabkow. Es gebe keine Alternative zum ursprünglichen Plan der USA und Russlands, eine Feuerpause durchzusetzen.

Die US-Regierung ist über Russland verärgert, weil die Luftwaffe immer wieder die frühere Handelsmetropole Aleppo unter Beschuss nimmt. Damit sollen die Truppen von Regierungschef Bashar al-Assad im Kampf gegen die Rebellen unterstützt werden. Die USA erwägen Regierungskreisen zufolge inzwischen eine härtere Reaktion auf die Offensive. Dazu zählten auch militärische Optionen wie eine bessere Ausrüstung der Rebellen durch US-Verbündete in der Region.


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