Lehrerbestellung: Zweifel und Zustimmung von Oppositionsparteien

Wien (APA) - Unterstützung für die Pläne der Regierung, dass Schulleiter sich ihre neuen Lehrer künftig selbst aussuchen können sollen, kam ...

Wien (APA) - Unterstützung für die Pläne der Regierung, dass Schulleiter sich ihre neuen Lehrer künftig selbst aussuchen können sollen, kam am Donnerstag von NEOS und Team Stronach. Sie fordern die Bundes-ÖVP dazu auf, ihre Länderorganisationen auf Linie zu bringen. Die Grünen warnen indes vor „überhasteten Veränderungen“.

Grünen-Bildungssprecher Harald Walser spricht sich in einer Aussendung gegen „marktwirtschaftliche Selbstregulations-Romantik im Schulwesen“ aus und ortet noch viele offene Fragen. Bei einer Änderung der Personalbestellung müsse sichergestellt sein, dass auch in Brennpunktschulen und entlegenen Regionen jedes Kind eine geeignete Lehrkraft hat. Gerade diese Standorte seien nämlich im Wettlauf um geeignete Lehrkräfte im Nachteil. Walser, früher selbst AHS-Direktor, wünscht sich im Sinne der Profilbildung der Schulen stattdessen mehr Mitsprache der bei der Lehrerweiterbildung. Die Schulleiter sollten außerdem Wünsche zur Qualifikation neuer Lehrkräfte formulieren dürfen. „Transparenz und Objektivierung bei der Postenvergabe müssen aber weiterhin gegeben sein.“

„Den Schulleitungen mehr Mitsprache bei der Auswahl des Lehrpersonals einzuräumen, ist eine längst überfällige Maßnahme zur Qualitätssteigerung an Österreichs Schulen“, so NEOS-Klubobmann und Bildungssprecher Matthias Strolz. Mit Blick auf den Widerstand der VP-Landesschulratspräsidenten forderte er die Bundes-ÖVP dazu auf, sie müsse nun „ihre Landesorganisationen in die Pflicht nehmen und ihre Blockadehaltung endlich beenden“.

Das Team Stronach ist ebenfalls für Personalverantwortung bei den Schulleitern. Ein Direktor müsse eigenverantwortlich und wie ein Manager agieren können, „dazu gehört auch, dass er sich sein Personal selbst aussuchen kann“, so Klubobmann und Bildungssprecher Robert Lugar.

Aus Oberösterreich, wo sich Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer als Wortführer der Kritiker hervorgetan hat, gibt es ebenfalls Unterstützung für die geplante Änderung bei der Personalbestellung. „Was in rund 37.000 Betrieben in Oberösterreich funktioniert, wird auch in unseren Schulen funktionieren“, so die Landesobfrau des dortigen Wirtschaftsbundes und frühere ÖVP-Bildungslandesrätin Doris Hummer. In Oberösterreich sei die Auswahl von zum Schulprofil passenden neuen Lehrern durch den Schulleiter in einzelnen Bereichen jetzt schon möglich, nun brauche es allerdings eine bundesweite gesetzliche Verpflichtung. Die Schulaufsichtsbehörden sollten künftig nur noch dann eingreifen, wenn die Schule eine Personalzuweisung wünscht, fordert Hummer.


Kommentieren