Wiener Börse (Nachmittag) - ATX weiter im tiefroten Bereich

Wien (APA) - Die Wiener Börse hat am Freitag am Nachmittag weiter deutlich schwächer notiert. Der ATX wurde um 14.15 Uhr mit 2.387,30 Punkte...

Wien (APA) - Die Wiener Börse hat am Freitag am Nachmittag weiter deutlich schwächer notiert. Der ATX wurde um 14.15 Uhr mit 2.387,30 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 27,86 Punkten bzw. 1,15 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -0,84 Prozent, FTSE/London -0,77 Prozent und CAC-40/Paris -1,35 Prozent.

Das europäische Börsenumfeld zeigte sich ebenfalls klar tiefer. Zuvor hatten bereits die Aktienmärkte in New York und Tokio Kursverluste verzeichnet. Bankaktien gehörten europaweit zu den größten Verlierern, nachdem Sorgen um den Zustand des europäischen Bankensektors und speziell um jenen der Deutschen Bank weiter anhielten. Die Aktie des größten deutschen Finanzinstituts ist am Vormittag zwischenzeitlich erstmals in der Konzerngeschichte unter 10 Euro gefallen.

Auch in Wien tendierten die Bankwerte schwach. Die Titel der Raiffeisen Bank International (RBI) büßten 2,40 Prozent auf 13,24 Euro ein und gehörten damit ebenso zu den schwächsten Werten im prime market wie die Anteilsscheine der Erste Group, die 1,56 Prozent auf 25,80 Euro verloren.

Noch deutlicher abwärts ging es für die Aktien von Wienerberger, die als größter Verlierer im prime market 2,77 Prozent auf 15,07 Euro nachgaben. Auch die Immobilienwerte Immofinanz (minus 2,67 Prozent auf 2,08 Euro) und CA Immo (minus 1,78 Prozent auf 17,09 Euro) verloren klar.

Unter den wenigen Kursgewinnern waren hingegen Schoeller-Bleckmann, die an der ATX-Spitze um 1,47 Prozent auf 59,36 Euro zulegten. Die Titel des Ölfeldausrüsters hatten sich bereits am Vortag um fast zehn Prozent verteuert, nachdem sich die OPEC am Dienstagabend auf eine Beschränkung ihrer Ölproduktion geeinigt hatte.

UNIQA-Aktien fielen etwas weniger stark als der Gesamtmarkt um 0,76 Prozent auf 5,74 Euro. Der Versicherungskonzern wird ab 1. Oktober in Österreich nur mehr mit einer einzigen Versicherungsmarke auftreten. Konkret werden die Raiffeisen Versicherung AG, die Finance Life Lebensversicherung AG und die Salzburger Landes-Versicherung AG mit der UNIQA Österreich Versicherungen AG verschmolzen.

Agrana-Papiere notierten wenig verändert mit einem knappen Plus von 0,14 Prozent bei 104,20 Euro. Die Analysten von Goldman Sachs haben ihr Kursziel für die Titel von 99,00 auf 99,50 Euro angehoben. Die Anlageempfehlung „Hold“ wurde bestätigt.

Keinen starken Einfluss auf das Marktgeschehen hatten am Vormittag veröffentlichte Inflationsdaten aus dem Euroraum. Die Verbraucherpreise sind im September erwartungsgemäß um 0,4 Prozent und damit so stark wie zuletzt im Jänner gestiegen. In den USA steht am Nachmittag unter anderem der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago im September am Programm.

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX kurz nach Handelsbeginn bei 2.414,71 Punkten, das Tagestief lag gegen 9.30 Uhr bei 2.375,91 Einheiten. Der ATX Prime notierte mit einem Minus von 1,04 Prozent bei 1.214,22 Zählern. Um 14.15 Uhr notierten im prime market elf Titel mit höheren Kursen, 27 mit tieferen und einer unverändert. In einer Aktie kam es bisher zu keiner Kursbildung.

Bis dato wurden im prime market 3.084.431 (Vortag: 3.605.386) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 91,71 (110,96) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 394.699 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 20,40 Mio. Euro entspricht.

~ ISIN AT0000999982 ~ APA365 2016-09-30/14:27


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