Getötete Tiroler Pensionistin 2 - Geschworene beraten

Innsbruck (APA) - Im Prozess gegen einen Vater und dessen Sohn im Fall einer 2007 getöteten Pensionistin haben sich die Geschworenen Freitag...

Innsbruck (APA) - Im Prozess gegen einen Vater und dessen Sohn im Fall einer 2007 getöteten Pensionistin haben sich die Geschworenen Freitagnachmittag zur Beratung zurück gezogen. Während Staatsanwältin Adelheid Steiner die beiden Angeklagten durch ein DNA-Gutachten belastet sieht, meinte deren Verteidiger Markus Abwerzger in seinem Schlussplädoyer, dass das Beweisverfahren „nichts ergeben“ hätte.

Die Spurenlage sei klar, die Tat müsse von zwei Tätern begangen worden sein, meinte Steiner. In der Wohnung und im Auto des Opfers gefundene Fingerabdrücke, DNA-Spuren und Schuhabdrücke würden die Schuld der beiden Angeklagten beweisen. „Außerdem ist die Gewaltbereitschaft der beiden durch den Geldtransporterüberfall belegt“, fügte die Staatsanwältin hinzu. Dies zeigt eindeutig die Skrupellosigkeit des 61-Jährigen und seines Sohnes.

Verteidiger Markus Abwerzger sah die Sache naturgemäß anders. „Für mich bleiben die Geschehnisse weiter im Dunkeln“, begann er sein Schlussplädoyer. Die Täterschaft der Beschuldigten sei alles andere als erwiesen. „Meine Mandanten werden frei zu sprechen sein“, sagte Abwerzger in Richtung der Geschworenen. Er halte eine Beziehungstat für viel wahrscheinlicher. Außerdem habe man nur eine eindeutige DNA-Spur des 61-Jährigen in der Wohnung gefunden, alle anderen Spuren hätten lediglich „Hinweischarakter“, sagte der Rechtsanwalt. „Und das reicht sicher nicht, um zwei Menschen lebenslang weg zu sperren“, betonte Abwerzger.

Beide Angeklagte versuchten in ihrem Schlusswort noch einmal auf die Geschworenen einzuwirken. „Wir haben mit dem Mord nichts zu tun“, sagten sie unisono zu den acht Laienrichtern.

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