„Schikaneder“: Großer Zuspruch für herziges Singspiel

Wien (APA) - Großen Publikumszuspruch gab es heute, Freitag, bei der Uraufführung von „Schikaneder“, der neuen Produktion der Vereinigten Bü...

Wien (APA) - Großen Publikumszuspruch gab es heute, Freitag, bei der Uraufführung von „Schikaneder“, der neuen Produktion der Vereinigten Bühnen Wien, im Raimund Theater. Statt eines rockigen Musicals präsentierte man ein operettenhaftes und herziges Singspiel. Ein Untertitel, den auch die „Zauberflöte“ trug, jener Opernklassiker, dessen Entstehungsgeschichte hier mit starkem Hang zur Romantik erzählt wird.

Musicalintendant und Stückautor Christian Struppeck setzt auf eine Liebesgeschichte inmitten der launigen Theaterwelt: die turbulente Ehe von Emanuel und Eleonore Schikaneder, das Bühnentraumpaar ihrer Zeit, die sich von großen Träumen leiten lassen und mit dem Vertrauen in ihre Vision schließlich die Oper revolutionieren. Freilich, da spielte auch noch ein gewisser Wolfgang Amadeus Mozart eine Rolle, den man zwar - gottseidank - nicht auftreten lässt, dem aber musikalisch einiges an Tribut gezollt wird. Komponist Stephen Schwartz spielt mal sehr, mal nicht so gekonnt mit Mozart‘schen Zitaten, wahrt dabei aber stets die würdevolle Distanz der Verbeugung.

Vom Publikum gefeiert wurde Milica Jovanovic als zauberhafte Eleonore Schikaneder, die als zarte, starke Frau auch eine Emanzipationsgeschichte erzählt und mit ihrem Gesang ebenso überzeugen konnte wie Mark Seibert als Lebemann und Theatergenie Emanuel. Dass „Schikaneder“ mehr Kammerspiel als Nummernrevue ist, mehr auf Rezitative und Arien, als auf effektvolle Dauer-Popbeschallung setzt, lässt es den Hauptdarstellern, für die es an dem dreistündigen Abend eigentlich keine Verschnaufpausen gibt, zum Kraftakt werden - graziös gemeistert, eifrig beklatscht.

(S E R V I C E - „Schikaneder“; Musik und Liedtexte: Stephen Schwartz, Buch: Christian Struppeck; mit Mark Seibert, Milica Jovanovic, Florian Peters; Raimund Theater. Vereinigte Bühnen Wien: http://www.musicalvienna.at)

(Die APA wird morgen, Samstag, eine ausführliche Kritik versenden.)


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