Posch sieht Bewegung beim Reizthema Verkehr in Hall

Während die Liste „Für Hall“ Lösungen für die akuten Verkehrsprobleme vermisst, verweist BM Posch auf diverse Aktivitäten in Stadt und Region.

Verkehrsbelastung in Hall.
© Domanig

Hall –„Wir wollen, dass mehr Bewegung reinkommt“: So begründet der 2. Vize-BM Wolfgang Tscherner die Forderung seiner Liste „Für Hall“ nach einem „zukunftsweisenden Verkehrskonzept“ für das Stadtgebiet. In Hall bestehe nicht nur in Ost-West-Richtung auf der B171, sondern auch von Nord nach Süd – von der Bruckergasse über den Stadtgraben bis hin zum Unteren Stadtplatz – eine „massive Verkehrsbelastung“, heißt es dazu in einem Antrag, der im September-Gemeinderat eingebracht wurde.

Nach dem Scheitern der „Spange Ost“ seien von Stadtregierung und Land „keine weiteren Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung gesetzt worden“, kritisiert „Für Hall“, es liege „nicht einmal der Ansatz einer Lösung“ vor.

Daher solle die Stadt für die neuralgischen Verkehrsachsen ein Konzept mit mehreren Alternativvorschlägen zur Reduktion der Belastung bzw. zur Verlagerung des Verkehrs erarbeiten, fordert „Für Hall“. Dabei gelte es die betroffenen Bewohner miteinzubeziehen. Das Konzept solle dann als Grundlage für Verhandlungen mit den Umlandgemeinden über eine gemeinsame Verkehrslösung dienen. Für Tscherner sollten „neben den Gemeinden des Planungsverbandes Hall und Umgebung auch Tulfes, Volders, Baumkirchen und Wattens einbezogen werden“.

BM Eva Maria Posch (VP) lässt die Kritik nicht gelten: Sowohl auf städtischer als auch auf regionaler und Landesebene gebe es Bewegung. „Die Erhebungen des Individualverkehrs liegen vor, die Erfordernisse klar auf der Hand“, so Posch. Sie wolle daher „lieber umsetzen als weitere Papiere zu verfassen“.

Der erste Schritt sei eine „Optimierung“ des Öffi-Verkehrs: Im Dezember geht die zweite Haller Stadtbuslinie in Betrieb, der Verkehrsverbund Tirol (VVT) habe vergangene Woche auch erstmals einen – von der Stadt „seit Jahren“ geforderten – Liniennetzplan präsentiert. Im Planungsverband habe man auf ihr Betreiben hin ein Verkehrsplanungsbüro damit beauftragt, im Frühjahr 2017 den Öffi-Verkehr im Verbandsgebiet zu evaluieren, etwa in Form von Fahrgastbefragungen. Auch bei den Haller Stadtteilgesprächen seien ein Verkehrsexperte und Vertreter des VVT vor Ort, um Anregungen der Bürger aufzunehmen, berichtet Posch.

Was die Entlastung der Haller Wohngebiete vom Durchzugsverkehr betrifft, könne die Stadt auf Gemeindestraßen selbst Maßnahmen setzen, etwa durch 30er-Beschränkungen. Zudem arbeite man daran, Straßenzüge wie die Faistenbergerstraße und die Schweygerstraße für Radfahrer attraktiver zu machen.

Für Landesstraßen brauche es ein regionales Gesamtverkehrskonzept: Hier hätten Land und Planungsverband Experten beauftragt, nach Lösungen zu suchen, wie die Verkehrsströme verlagert werden könnten. Die Fachleute sollen auch klären, „wie die interessierte Bevölkerung in die Planungen eingebunden werden kann“, so Posch.

Für die Neugestaltung der neuralgischen Kreuzung Galgenfeldstraße/Salzburger Straße im Osten von Hall liege die Landesplanung vor, untersucht werde noch, „ob hier eine intelligente Ampelanlage sinnvoll ist, um den Verkehr besser zu steuern“. (md)


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