Nimmervoll landete auf dem Boden der Realität

Die Wattens Amateure mussten sich gegen den SVI mit einem 0:0 begnügen. Zwei Kicker, die noch am Freitag bei den Profis über den Sieg gegen den FC Wacker jubelten, standen im Fokus.

Nach dem Derbysieg verpasste Simon Nimmervoll (l.) gestern einen Erfolg gegen den SVI (Matthias Rainer).
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Von Thomas Mair

Wattens –„Weltklasse! Es war ein super Erlebnis, vor über 5000 Zuschauern zu spielen!“ Simon Nimmervoll, Offensivperle der Wattener Amateure, stemmte sich am Freitagabend über eine halbe Stunde erfolgreich gegen den FC Wacker Innsbruck. Überwältigt von den Gefühlen stand für ihn gestern Vormittag das tägliche Brot vor 175 Zusehern in der UPC Tirol Liga an. Gemeinsam mit Niko Schneebauer (wurde gegen den FC Wacker in der 70. Minute eingewechselt) wollte er die Amateure zu einem Heimsieg gegen den SVI treiben.

Die Glücksgefühle vom 2:1-Derbysieg wichen im Gernot-Langes-Stadion allerdings einem nasskalten tor­losen Unentschieden, das den 24-Jährigen alles andere als positiv stimmte. Seine Elf ließ vor allem in der Schlussviertelstunde mehrere Matchbälle auf den Sieg liegen. „Ich hätte selbst schießen müssen“, ärgerte sich Nimmervoll über die vergebene Chance von Mitspieler Mathias Mimm, nachdem er ihm den Ball in der 89. Minut­e einschussbereit serviert hatte. Ein SVI-Verteidiger warf sich in den Schuss und hielt den Punkt für die Innsbrucker fest.

Nach dem Schlusspfiff sank indes Wattens-Kapitän Martin Schmadl zu Boden, weil er gleich drei große Sitzer auf den Sieg vergeben hatte. „Ich kann der Mannschaft außer der vergebenen Torchancen nichts vorwerfen“, gab sich Trainer Martin Rinker trotzdem mit dem einen Punkt zufrieden. Der Sportverein Innsbruck konnte in den Schlussminuten auch nichts Zählbares ernten: Matthias Huber (zweimal per Kopf) und Jakob Pfefferkorn, der Torhüter Philipp Weissenhofer zu einer Glanz­parade zwang, vergaben drei Einschussmöglichkeiten.

Das überschaubare Publikum zollte trotz fehlender Tore beiden Teams Respekt und weiß, dass in Tirols höchster Spielklasse auch ein 0:0 gefallen kann. Nimmervoll selbst fand sich der eigenen Aussage zufolge „auf dem Boden der Realität wieder“. Trotzdem kann ihm keiner mehr das überschwängliche Gefühl vom Derbysieg nehmen.


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