Der Sommer ging heuer nahtlos in den Winter über
Der Oktober zeigt sich von seiner ungemütlichen Seite. Auch in der kommenden Woche wird es zu kalt für diese Jahreszeit sein.
Von Gabriele Starck
Innsbruck –Von wegen goldener Oktober. Die Laubbäume sind – zumindest im Tal – noch größtenteils grün, die Temperaturen jedoch verlangen Winterausstattung, wenn man morgens das Haus verlässt. Vier Grad Celsius in der Früh wie am Donnerstag in Innsbruck, „das hatten wir vergangenen Jänner und Februar“, bestätigt Josef Lang von der Wetterdienststelle der Zamg in Innsbruck, dass der Oktober bislang zu kalt ausgefallen ist. In Seefeld und in St. Jakob im Defereggen hat es gar minus fünf Grad. „Die Tagesmittelwerte liegen derzeit vier bis fünf Grad unter dem langjährigen Mittel“, sagt er. Sollte es so weitergehen, könnte der Oktober der erste zu kalte Monat seit fast einem Jahr werden.
Und die Wahrscheinlichkeit ist nicht einmal so klein. Denn in der nächsten Zeit sind laut Lang keine milderen Temperaturen zu erwarten. Schuld daran sei eine sehr beständige Wetterlage, bei der das Tief über Mitteleuropa das Hoch in Skandinavien stützt. Im Norden oben sei es angenehm warm, bei uns in höheren Tallagen sogar frostig, sagt Lang.
Ob es da ein Trost ist, dass bis auf den heutigen Samstag für die kommende Woche kaum Niederschlag zu erwarten ist? Denn damit fällt auch kein Schnee auf den Bergen. Dafür seien es aber zumindest die perfekten Bedingungen zum Beschneien, sagt Lang. Und das werde auf dem Gletscher im Ötztal auch getan. Immerhin startet dort am 22. Oktober der alpine Ski-Weltcup.
Die Wirtsleute der ein oder anderen Berghütte, die noch bis zum Sonntag offenhalten wollten, haben hingegen resigniert. So beendete die Olpererhütte oberhalb des Schlegeisspeichers in den Zillertaler Alpen drei Tage früher als geplant die Saison bereits am Donnerstag. „Die hochalpinen Hütten hatten aber ohnehin schon fast alle geschlossen“, sagt der Hüttenreferent des Alpenvereins, Armin Wegscheider. Anders sei das bei den tiefer gelegenen Almhütten. Hier hoffen Mountainbiker, Wanderer und Wirtsleute noch auf die Kraft der Sonne.
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