Faltegartenköpfl: Ein Gipfel für jede Gelegenheit

Ob Herbst oder Winter, zu Fuß, auf Rad oder Rodel, mit Kind oder Bergfex – rund um das unscheinbare Faltegartenköpfl zwischen Kühtai und Haiming bieten sich Touren für jeden Geschmack an.

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Die Wanderung ist familienfreundlich und kann kurz vor dem Gipfel mit einer kurzen Kletterpassage abgekürzt werden.
© Christler

Von Matthias Christler

Haiming –Gibt es im Tiroler Oberland einen Gipfel, der niedriger ist als das Faltegartenköpfl (2184 Meter) und eine bessere Weitsicht gewährt? Wahrscheinlich nicht. Das ist die eine Frage, die man sich oben angekommen stellt. Die andere Frage muss man schon im Vorhinein für sich selbst beantworten: Wie will ich hinauf- und wieder hinunterkommen? Die unscheinbare Erhebung zwischen Kühtai und Inntal, die eigentlich ein lang gezogener Bergrücken ist, bietet einem so viele Optionen, so dass einem die Wahl oft schwer fällt. Meist erleichtert das Wetter bzw. die Jahreszeit die Entscheidung. So wie am vergangenen Wochenende – als scheinbar halb Innsbruck und mindestens genauso viele Bewohner aus dem Oberland einen herrlichen Herbsttag mit fast 20 Grad Celsius nutzen, um den Parkplatz am Sattele anzusteuern. Ein Großteil davon begibt sich vom Übergang zwischen Haiming und Kühtai auf die knapp einstündige Wanderung über einen Forstweg zur Feldringalm (1888 Meter), die bis kommenden Sonntag noch geöffnet hat. Wir fahren diesmal mit dem Mountainbike hinauf und sind in weniger als 40 Minuten aus dem Wald heraußen und sehen die Alm vor uns. Sie liegt ideal. Ab Mittag bis zum späten Nachmittag ist durchgehend Sonnentanken möglich.

Der Panoramablick am Faltegartenköpfl reicht fast von Imst bis Innsbruck.
© Christler

Nicht jeder hat gleich viel Energie, manche müssen diese früher aufladen, andere später. Bei dieser Tour kein Problem. Jene mit schwächerer Kondition schnappen sich hier einen Liegestuhl und genießen Sonne sowie die Spezialität des Hauses, wie Graukassuppe mit Semmelknödel und Mostbeeren-Strudel. Andere gehen hier weiter – entweder zum Faltengartenköpfl oder noch weiter. Wir lassen also die Räder zurück, überqueren hinter der Alm eine kleine Brücke und wandern jetzt etwas einsamer den Schildern folgend dem Faltegartenköpfl entgegen. Bald sind Richtung Osten die weitläufigen Feld­ringer Böden erreicht, die in einem herbstlichen Braun und im richtigen Licht fast goldig leuchten. Es stören nur die zwei Strommasten, aber die lässt man hinter sich und steuert nördlich den Gipfel an. Eine kurze Kletterpassage (es gibt auch einen trittsicheren Weg etwas östlicher) und die natürliche Aussichtsplattform ist erreicht. Und wieder stellen sich Fragen, etwa beim munteren Gipfel-Quiz? Welcher der Ötztaler Alpen ist das hier, welcher der Stubaier dort? Und sieht man wirklich jede Gemeinde zwischen Imst und Innsbruck? Ja, bis auf wenige Ausnahmen schon.

Oben angelangt muss man sich entscheiden, ob man zurückgeht zur gemütlichen Feldringalm oder...
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Wem die familienfreundlichen 500 Höhenmeter bis hierher zu wenig sind, der kann noch den Pirchkogel (2828 Meter), der sich den Bergrücken südöstlich entlang erhebt, in Angriff nehmen und schafft das in zwei Stunden. Wir aber kehren um und machen es uns eine Stunde später in der Feld­ringalm bequem. Nach einer langen Bike- und Wandersaison darf man es schon mal gemütlich ausklingen lassen.

Übrigens: In den nächsten Tagen ist die Alm um das Köpfl noch wunderbar wanderbar zu erreichen. Sollte bald der Schnee die goldbraunen Wiesen überdecken und die Feldringer Böden in ein Winterwunderland verwandeln, eignet sich die Gegend bestens für die ersten Skitouren der Saison oder eine Schneeschuhwanderung. Das führt uns auch schon zur letzten Frage: Gibt es eigentlich etwas, das man hier heroben nicht machen kann? Nein, denn im Winter verwandelt sich der Forstweg zur Feldringalm in eine Rodelbahn. Eben ein Ausflugsziel für jede Jahreszeit und alle Lebenslagen.

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Tourentipp Faltegartenköpfl

Ausgangspunkt: Am Sattele – entweder über/Ochsengarten oder Haiming erreichbar – steht ein gebührenpflichtiger Parkplatz (3 Euro) zur Verfügung.

Route: Nordöstlich vom Parkplatz startet die Wanderung über den Forstweg zur Feldringalm (1888 m), von dort ist das ebenfalls östlich gelegene Faltegartenköpfl (2184 m) gut ausgeschildert. Nach den Strommasten sieht man das Gipfelkreuz im Norden. Der Weg ist für Kinder geeignet, nur direkt beim Gipfelkreuz ist Trittsicherheit gefragt. Gehzeit vom Parkplatz zum Ziel ca. 1,5 bis 2 Stunden.

Weiterer Gipfel: In weiteren zwei bis drei Stunden kann man den Pirchkogel (2828 Meter) erreichen, alternativ gibt es eine Route vom Kühtai aus.

Einkehren: Die Feldringalm hat noch bis 23.10. täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet, im Winter wird sie zur Rodelalm. Tel. 0699/13375291.

... noch einmal zwei Stunden Gehzeit draufpackt und Richtung Kühtai den Pirchkogel erklimmen will.
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