Schmutzkübelkampagne: FPÖ rückt Van der Bellen ins Nazi-Eck

FPÖ-Funktionäre in der Steiermark rücken BP-Kandidat Van der Bellen in die Nähe der Nationalsozialisten.

Alexander Van der Bellen.
© Pfarrhofer

Wien – Wer geglaubt hat, der Bundespräsidenten-Wahlkampf kann kaum mehr schmutziger werden, irrte gewaltig. Seit dem Wochenende erregt ein Posting der FPÖ Kapfenberg und die Aussage der Wiener FP-Stadträtin Ursula Stenzel auf oe24.TV, die Eltern Van der Bellens hätten „zumindest mit Nazis geliebäugelt“, die Gemüter.

„Im Gegensatz zum politischen Mitbewerb wollen wir hier ganz bewusst – nichts – unterstellen!“, schrieb die FPÖ Kapfenberg in einem Posting. Dieses zeigt ein Wahlplakat von Alexander Van der Bellen, und daneben ein Bild von Adolf Hitler mit seinem Hund, vermutlich auf dem berüchtigten Berghof bei Berchtesgaden.

Seit dem Wochenende erregt dieses Posting der FPÖ Kapfenberg die Gemüter.
© Screenshot

Die Freiheitlichen sehen offenbar Parallelen zu der Art, wie sich Adolf Hitler einst dargestellt hat. „Alpen, Zaun, Hund“, wird da analysiert. Das Posting wurde zwar mittlerweile gelöscht, das Bild kursiert aber weiterhin auf Facebook und Twitter. Unter anderem hat es Martin Glier, Sprecher von FPÖ-Kandidat Norbert Hofer, geteilt – mit dem Zusatz „Autsch“ und tränenlachenden Smileys, so der Kurier in seiner Onlineausgabe vom Montag.

„Bildsprache, wie im Dritten Reich üblich“

Glier meinte zu der ganzen Causa in einem Interview mit dem Kurier: „Die Grünen spielen ja absichtlich mit dieser Bildsprache. Es kann kein Zufall sein, dass sie dasselbe Sujet nehmen, wie es im Dritten Reich üblich war.“ Abgesehen davon, sagt er, hätten „die Linken“ bisher keine Gelegenheit ausgelassen, den FPÖ-Kandidaten Hofer einen Nazi zu schimpfen.

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Auch FP-Stadrätin Ursula Stenzel stellte einen Nazi-Zusammenhang zu Van der Bellen her: Gegenüber dem Boulevard-TV-Sender oe24 TV sagte sie, es gebe „Vermutungen, dass seine Eltern zumindest geliebäugelt haben mit den Nazis“. Die Eltern – der Vater Russe, die Mutter Estin – flohen 1940 vor den Kommunisten nach Wien und später ins Tiroler Kaunertal. Die Behauptung, der Vater sei Nationalsozialist gewesen, hatte Van der Bellen 2007, als er noch Grünen-Chef war, aufs Schärfste zurückgewiesen. (TT.com)


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