Aigner: „Ich möchte keine schlechte Kopie werden“

Erstmals hebt Clemens Aigner beim Weltcup-Auftakt in Kuusamo am Wochenende ab. Der 23-jährige Wipptaler will eigene Spuren ziehen.

Eigentlich wollte Clemens Aigner nie ein Haustier. Jetzt, wo Streifenhörnchen Mocca seinen Alltag bereichert, ...
© Gschließer

Von Susann Frank

Innsbruck –Die Anfänge gleichen denen eines der Erfolgreichsten seiner Zunft. Als kleiner Bub wurde es Clemens Aigner schnell zu langweilig bei Skirennen, also hüpfte der Wipptaler über jede auffindbare Schanze neben der Pist­e. Nach einem Probetraining in Natters tauschte der Stein­acher kurzerhand seine Carver gegen lange Skisprung-Ski und lebt seither dem Traum vom (Ski-)Fliegen.

Mit einer ähnlichen Geschichte nahm einst der kometenhafte Aufstieg des zurückgetretenen Seriensiegers Thomas Morgenstern seinen Lauf. Auf die Frage, ob dieser sein Vorbild sei, kontert der 23-Jährige selbstbewusst: „Ich möchte keine schlechte Kopie werden und meinen eigenen Weg gehen.“

... ist der Wipptaler ganz begeistert von seinem kleinen Springginkerl.
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Im Sommer führt dieser den eher ruhigen Typen öfters einmal beim Bergwandern auf Almen. Jetzt, wenn der Weltcup-Winter im hohen Norden eingeläutet wird, hebt er erstmals von Beginn an im ÖSV-Team ab.

Dank des Gesamtsieges im Continentalcup in der vergangenen Saison und seiner drei Top-Ten-Platzierungen beim Sommer-Grand-Prix schafft­e es Aigner ins Aufgebot für Kuusam­o (FIN). Und bereitete sich zuletzt auch im Kreis des Nationalteams auf die Saison vor.

Seine Ziele? „Am Ende des Winters unter den besten 30 im Gesamt-Weltcup sein und der Start bei der WM in Lahti im Februar“, sagt Aigner. Dass Morgenstern sich in seinem Alter schon drei Jahre lang Olympiasieger bezeichnen durfte, löst bei dem bisher sechsmaligen Weltcup-Starte­r keine Selbstzweifel aus. Vielmehr zieht Aigner Positives daraus: „Oftmals braucht es wenig, um ganz nach oben zu kommen.“

Wie Morgenstern soll Aigner auch mit einem wichtigen Gen für Sieger gesegnet zu sein: „Er ist ein Wettkampf-Typ“, erklärt Cheftrainer Heinz Kuttin und gesteht: „Diesbezüglich verblüfft er uns immer wieder.“ Für den Auftakt im oft windigen Finnland hofft Kuttin, dass „das leichte und spritzige Manderl“, kompakt startet, „um Selbstvertrauen aufzubauen“. Seine bisher beste Weltcup-Platzierung war ein 29. Platz vergangenes Jahr auf dem Bergisel.

Privat gibt sich Aigner boden­ständig. Nebst Freundin Magdalena hat er seit Kurzem einen zweiten Liebling: Streifenhörnchen Mocca. „Eigentlich wollte ich kein Haustier, meine Freundin schon. Also einigten wir uns auf ein Streifenhörnchen“, erklärt Aigner – der auch diesbezüglich eigene Wege einschlägt.


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