Prozess um Zugunglück in Bad Aibling - Sachverständige am Wort

Traunstein (APA/dpa) - Die Bahnstrecke bei Bad Aibling war nach Expertenmeinung nicht vorschriftsmäßig ausgestattet. Die 1971 elektrifiziert...

Traunstein (APA/dpa) - Die Bahnstrecke bei Bad Aibling war nach Expertenmeinung nicht vorschriftsmäßig ausgestattet. Die 1971 elektrifizierte Linie hätte signaltechnisch nachgerüstet werden müssen, sagte ein Mitarbeiter der Eisenbahnuntersuchungsstelle des Bundes am Montag im Prozess um das Zugunglück vom Februar. Allerdings müsse die Deutsche Bahn (DB) dies nur im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten tun.

Auch das Regelwerk der DB für das Bedienen der Signale ist dort nach den Worten des Sachverständigen nicht eindeutig genug. „Was soll mein armer Fahrdienstleiter für Bestimmungen anwenden?“, fragte der Sachverständige am dritten Verhandlungstag vor dem Landgericht Traunstein. Der 62-Jährige sagte aber auch, dass die vierminütige Verspätung eines der beiden Züge am Unglücksmorgen dem Fahrdienstleiter keine Abweichung vom Fahrplan für diese Strecke erlaubt hätte. Der Angeklagte verlegte jedoch das Kreuzen der Züge auf der eingleisigen Strecke vom Bahnhof Kolbermoor nach Bad Aibling.

Der Fahrdienstleiter hatte zu Prozessbeginn gestanden, zwei entgegenkommende Züge gleichzeitig auf die Strecke geschickt zu haben. Dadurch kam es am 9. Februar in Bad Aibling zum Zusammenstoß. Zwölf Menschen starben, 89 wurden teils lebensgefährlich verletzt. Der 40-Jährige muss sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten.

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