Johannes Mitterer: Keiner, der nach Sternen greift

Seit einem Jahr ist Johannes Mitterer Direktor in Kitzbühels größtem Hotel, dem Kitzhof. Prominente Gäste hat der Kärntner genug, was er sich wünscht, sind mehr Einheimische.

Johannes Mitterer ( r.), Hoteldirektor im Kitzhof, kennt viele Promis, darunter Jens Lehmann.
© Privat

Von Miriam Hotter

Kitzbühel –Ein Hoteldirektor scharwenzelt den lieben langen Tag durch die Gänge des Anwesens, plaudert mit den Gästen und zählt seine Münzen im Keller? Nein, ein Hoteldirektor braucht Menschenkenntnis, kaufmännisches Verständnis, Flexibilität und schnelle Reaktionsfähigkeit, wie Johannes Mitterer erklärt. Der 51-Jährige leitet seit November des vergangenen Jahres die Geschicke im Kitzhof, dem mit 168 Zimmern größten Hotel in Kitzbühel.

Die nötigen Erfahrungen hat der gebürtige Kärntner davor gesammelt. Aufgewachsen im gastronomischen Betrieb seiner Eltern in Bad Kleinkirchheim, absolvierte Mitterer die Tourismusschule in Villach. Danach ging es in die große weite Welt: Angefangen beim Luxushotel La Paix in Genf über das Plaza Athenee in New York mit Zwischenstopps in Hong Kong, San Francisco und London, bis er im Jahr 1991 das Hotel Rafael in München eröffnete. Das luxuriöse Anwesen machte sich ab 2000 als Hotel Oriental Mandarin international einen Namen.

Nach zwölf Jahren in München zog es den zweifachen Familienvater in die Tenne nach Kitzbühel. „Ich wollte, dass meine Kinder auf dem Land aufwachsen.“ Sein Privatleben findet in Going statt. „Eine gewisse Distanz zum Arbeitsplatz schadet nicht.“

Johannes Mitterer 1995 mit Prinz Charles in München.
© Privat

Nach neuerlichen zwölf Jahren dann der nächste Schritt: Mitterer nimmt als Hoteldirektor die Zügel im Kitzhof in die Hand. „Es ist gut, wenn man etwas Neues macht und seine Sinne schärft“, begründet er seine Entscheidung – und bereut sie keine Sekunde. „Der Kitzhof ist ein wunderschönes Haus“, sagt der leidenschaftliche Golfer und Tennisspieler. Schon vor seiner Zeit sei das Design-Hotel in einem „hervorragenden Zustand“ gewesen. Ist Mitterer damit zufrieden? „Natürlich strebt man nach mehr Umsatz und nach höherer Auslastung.“ Nach mehr Sternen greift der Hoteldirektor aber nicht. „Wir haben viele Konferenzen und Veranstaltungen. Hier sind 5-Sterne-Häuser benachteiligt, weil Firmen solche Häuser nicht buchen dürfen.“ Allerdings will Mitterer den Kitzhof in die Kategorie 4-Sterne-Superior bringen. Und ein anderer Wunsch wäre, mehr Einheimische vom Hotel zu überzeugen. „Viele wissen zum Beispiel nicht, dass man bei uns auch frühstücken, mittag- und abendessen kann.“

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Die Promis zeigen sich schon jetzt vom Hotel überzeugt. Besonders während des Hahnenkammrennens ziehen bekannte Gesichter ein, darunter Sänger Andreas Gabalier. Auch Tennisprofi Dominic Thiem gehört zu den Stammgästen. Und Maria Elisabeth Schaeffler, eine der reichsten Frauen Deutschlands, feierte kürzlich ihren 75. Geburtstag im Kitzhof. „99 Prozent der Stars sind ganz normal und haben keine Extrawünsche“, sagt Mitterer. Zu den restlichen ein Prozent würde etwa Sängerin Mariah Carey zählen, die vor ihrer Ankunft im Hotel Oriental Mandarin in München drei Großformat­seiten mit ihren Wünschen faxte. Diese reichten von einem speziellen Regiestuhl über die Härte der Matratze bis hin zu einem Diät-Getränk, das nur in Amerika erhältlich war. So viel zum Thema Flexibilität eines Hoteldirektors.


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