Stichwort - Arbain-Fest der Schiiten

Wien/Kerbala (APA) - Die Schiiten feiern am Montag das Arbain-Fest, das zweitwichtigste dieser islamischen Glaubensrichtung. Mit diesem Fest...

Wien/Kerbala (APA) - Die Schiiten feiern am Montag das Arbain-Fest, das zweitwichtigste dieser islamischen Glaubensrichtung. Mit diesem Fest begehen die Schiiten den 40. (arabisch: „arba‘in“) Tag nach dem Gedenken an den Tod des Imam Hussein, eines Enkels des Propheten Mohammed. Der von den Schiiten als Märtyrer verehrte Hussein wurde im Jahr 680 in der Schlacht von Kerbala von der Armee des sunnitischen Kalifen Yazid getötet.

Seit Tagen befinden sich Hunderttausende Schiiten im Irak auf der Pilgerreise nach Kerbala, wo Hussein begraben ist. Seines Märtyrertodes wurde in den Ashura-Ritualen, in den ersten zehn (arabisch: „ashara“) Tagen des islamischen Mond-Monats Muharram gedacht. Die Trauerriten umfassen Erzählungen, Prozessionen und die kultische Inszenierung des Martyriums Husseins. Tausende Gläubige ziehen durch die Straßen und empfinden die Leiden Husseins nach, bis hin zu blutigen Selbstgeißelungen.

Wie sein Vater, der ermordete Kalif Ali, hatte Hussein Anspruch auf die wahre Nachfolge Mohammeds erhoben. Ali war ein Cousin des Propheten und hatte dessen Tochter Fatima geheiratet. 661 wurde er in Kufa im heutigen Irak von einem Attentäter erstochen. Muawiyya, der Begründer der Omayyaden-Dynastie, ergriff die Macht.

Aus der Anhängerschaft des ermordeten Ali entwickelte sich die „Shiat Ali“ („Partei Alis“). Die Schiiten erkennen nur Ali und dessen Nachkommen als Nachfolger des Propheten an. Die größte Gruppe, die sogenannten Zwölferschiiten, verehrt zwölf Imame, beginnend mit Ali sowie dessen Söhnen Hassan und Hussein aus der Ehe mit der Prophetentochter Fatima. Der Zwölfte Imam soll 941 n. Chr. in die Verborgenheit entschwunden sein. Er wird erst, so der Glaube, als Mahdi („Erlöser“) kurz vor der Apokalypse wieder in Erscheinung treten.

Während des Arbain-Festes und den Ashura-Feiern kommt es im Irak oder anderen muslimischen Ländern - wie am Montag in Afghanistan - immer wieder zu Anschlägen verschiedener sunnitischer Terrorgruppen auf schiitische Pilger. Radikale Sunniten betrachten die Schiiten nicht als wahre Muslime.


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